Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 2 (1855-1856)
- Issue
- Heft 8 (Mai 1856)
- Article
- Würzburg
- Date
- 1856-05-01
- Page
- 449 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Würzdurg. 449 spicirt, deren Schulen, Lehrer, Religtonsbtener und religiöse Anstalten von ihm geprüft und beaufsichtigt werden, schon von so großer Ausdehnung ist, so wendet sich seine Thätigkeit auch der-ungemein wichtigen, die lebensvolle Gegenwart und die hoffnungsvolle Zukunft bedingenden Anstalt — dem hier bestehenden Lehrerseminar zu. Nachdem die Schulseminariste» durch eine Aufnahmsprüfnng ihre Befähigung in den nöthtgen Elementar-Kenntnissen sowohl in den allgemeinen Wissenschaften als auch im Religtonsfachc dargethan, beginnt ein zweijähriger Lehrkursus für die nach bestandener Aufnahmsprüfung in das Seminar aufgenommenen Canditaten. Der Rabbiner hat hierbei die PrüsungSgegenstände festzustellen und darin zu examintren. Während dieses zweijährigen Cursus erhalten sie von demselben in folgenden Gegenständen Unterricht: im Pentateuch und den Propheten, in Hebräischer Sprache, Exegese, Raschi, Mischna und Schulchan Aruch, wobei ihnen auch von Seiten der hier studtrendeu jüdischen Theologen nützlicher Hülfsunterricht geleistet wird. Diesem Unterrichte der Seminaristen schließt sich der der Gymnasiasten, latein. Schüler und der Zöglinge der k. Kreis- und Landwirthschaftlichen Schule — insofern erihnen nicht von geprüften Lehrern zukömmt — an. Auf Ansuchen bei K. Ministerium ist es sogar gelungen, daß die in hiesiger - Strafanstalt sich befindlichen Gefangenen an Sabbath--und Festtagen ihre religiöse Ruhe feiern können, wobei ihnen durch einen hierzu qualifiztrtcn Lehrer ein entsprechender, Geist und Gemüth veredlender Unterricht crtheilt wird. Aber ein noch größeres, universelleres, für In- und Ausland gleich segcnbringendes, Institut besteht hier; es ist die aus etwa 12 — 15 hoffnungsvollen jungen Männern bestehende Jeschibah welche sowohl aus Bayern, als auch von andern Ländern hierher kommen, um im talmudischen und rabbintschen Lehrzweige sich auszubilden. Der hiesige Rabbtner, der sowohl durch sein gediegenes Werk, als auch durch die häufigen religiösen Anfragen, die ihm fast aus ganz Europa sowohl von Rabbincn als Privaten zngehcn, einen bedeutenden Ruf besitzt, ist wohl der zu diesem heiligen und hochwichtigen Lehrzweige geeignete Mann; — mit begeisterter Liebe schaaren sich die Schüler um ihren uneigennützigen und