Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 2 (1855-1856)
- Issue
- Heft 8 (Mai 1856)
- Article
- Geschichte der Juden
- Date
- 1856-05-01
- Page
- 432 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- article
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432 Geschichte der Juden von vr. Gr atz. Siebenter Artikel. gebracht würde, an welchem nach Absetzung des 5t Gamalte l das Patriarchat dem R. Weser b. Asarjah übertragen war (Berachoth 28a), und zwar sogar, wie es scheint, eben nur in Folge der Beseitigung einer Maßregel zu Stande kommen konnte, die R. Gamaliel während seines Patriarchats eingcsührt hatte! Wie Nascht ja auch den zweiten Erfolg dieses Tages: ולא היחה הלכה שהייתה תלויה בבית המדרש שלא פירשוה als Resultat der Beseitigung eben dieser Maßregel מחוך שרבו התלמירי' רב ההדור והפלפול. Unter R. Gamaltel's Vorsitz war nämlich der Zutritt tn's Lehrhaus nicht Jedem gestattet, und nur erst in Folge der Beseitigung dieser Beschränkung ward das Lehrhaus zu einem Forum der vollendetsten Ocffentlichkeit, wo ein Jeder über die von ihm vernommenen Traditionen Zeugniß ablegcn konnte. Denn nichts als eine protokollarische Aufnähme solcher Zeugnisse ist diese Sammlung, die auch daher wohl den Namen ״Edujoth" führte (חנא אוחו היום סלקוהו לשומר הפחה ובו Berachoth 28a). Ebenso unbegreiflich ists aber auch, wie der Verf. überhaupt in dieser Sammlung auch nur irgend einen Beitrag zur Schlichtung der angeblichen hilleltschen und schamattischen Streitigkeiten, zur Einigung der Partheten, zur Feststellung der Praxis u. s. w. erblicken konnte. Die Sammlung liegt uns ja noch vor. Keine Spur findet das prüfende Auge von allem Diesen darin. ' Die Gegensätze sind darin ganz so, wie in allen sonstigen Mischnijoth protokollarisch niedergelegt ohne eine besondere Entscheidung für die Praxis betzugeben. Nur wer von dieser Sammlung nicht über die drei ersten Sätze htnausgelesen und mit dem Vers, den offenbaren Zrrthum beginge, das, was dort nur einfach als Referat einer mehr als hundert Jahre zurückliegenden Verhandlung gebracht ist, als Resultat der jamnesischen Versammlung zu fassen, der nur das Verdienst der Redaktion zukommt — konnte auf eine solche irrige Meinung gerathen. Sie beginnt nämlich zufällig mit drei Sätzen, in welchen eine zwischen Schamai und Hillels Ansichten die Mitte haltende Ansicht mitgetheilt wird. So wenig liegt es nämlich in dem Plane dieser Sammlung eine Schlichtung der entgegengesetzten Ansichten herbeiznführen, daß von den mehr als 280 zwischen der htllelischen und schamaifchen Schule streitigen Sätzen darin nur einige 50 und zwar nur solche niedergelegt sind, die sich durch irgend eine bemer-