Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 2 (1855-1856)
- Issue
- Heft 8 (Mai 1856)
- Article
- Ijar
- Date
- 1856-05-01
- Page
- 418 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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- IRI
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418 Wochen tmb Tage der Uebergangr-Perioden. Thun unserer Hände bestimme du, gieb du uns das Gesetz für unsere Thaten, aus daß jeder einzelne Moment unseres Schaffens und Thuns uns die׳ Beruhigung, uns die Ueberzeugung, die Gewißheit verleihe, mit jedem Kleinsten und Größten unserer Lebensäußcrungen im Einklänge mit deinem Willen, deinen großen und ewigen Zwecken und unserer heiligen, ewigen Bestimmung zu stehen und so "נועכם", die süße Melodie des harmonischen Einklangs unser gan» zes Wesen und Leben burchdringe und wir die Seligkeit ganz empfinden, in dem verschwindendsten Augenblicke der Tage den uns zugkwiescüen Ton gewissenhaft und treu, rein und klar in das große Conzert der Jahrhunderte gespendet zu haben — Das ist aber auch die Weisheit, in der allein einst der in immer wiederkehrenden Stürmen bewegte Wellenschlag der Gesellschaft zur Ruhe kommen wird. So lange die Freiheit und das Recht, die Selbstständigkeit und die Alle gleich adelnde Menschenwürde nur von Menschen und aus dem Menschen heraus gelehrt, demonstrirt und verfochten werden wird, so lange wird dies Alles immer wieder und wieder, — und oft von denselben Menschen in anderer Glückslage — von Menschen und aus dem Menschen, aus der natürlichen äußerlichen Verschiedenheit der Menscheu heraus, bestritten und geleugnet, bekämpft und vernichtet werden, so lange wird immer wieder und wieder der Stärkere zu dem Schwachen, der Herr zu dem Diener sprechen: ich bin mehr als du; sonst wäre ich nicht dein Herr! Und so lange von Menschen das Gesetz für den Menschen gefunden werden soll, so lange die ganze Arbeit der Menscheit noch darin aufgehen soll erst festzustcllen, was denn das Wahre und das Rechte, das Edle und das Gute sei, durch welche Formel denn endgiltig das Maaß für die Thatigkeit und die Bestrebungen der Einzelnen und der Gcsammt-- heit zum dauernden Heile der Gesammhcit und der Einzelnen zu suchen wäre, so lange wird jeder Tag ein anderes Recht und eine andere Wahrheit statutren, so lange wird der morgende Tag — und oft von denselben Menschen in inzwischen veränderter Stellung — das in Frage gestellt finden, was der gestrige geheiligt, so lange werden Einseitigkeit und Schwäche, Beschränktheit und Leidenschaft, Selbstsucht und Interesse die Gesetze der Menschheit diktiren, so lange wird fich immer wieder und wieder der Blick der