Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 2 (1855-1856)
- Issue
- Heft 7 (April 1856)
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1856-04-01
- Page
- 389 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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Nczensirt von Dr. Gugcnhcimcr. 389 Werke, die deutlichsten und entschiedensten Beweise jener Verehrung liefern. Schon auS der Einleitung zum More geht hervor, daß Maimonidcs auch hei dem Plane, den er seinen gelehrten Arbeiten zu Grunde legte, nach talmudischcn Vorschriften sich richtete, wie er auch dort seine wahrhafte Verehrung vsr den Worten unserer Wciscn mit der größten Deutlichkeit dadurch ausspricht, daß er den Grund dafür, daß unsere Weisen bei Erörterung transscendenter Fragen sich der metaphorischen Auödrucköwcisc bedienten, in ihrer Anhänglichkeit an die Bibel erblickt, indem er sagt: דברו בהם רול ״ בחדות ומשלים להמשך אחר דרף ספרי קרשUnsere Lehrer, sel. And., haben darüber in Räthseln und Gleichnissen gesprochen, weil sie der Auödrucksweise der Heiligen Bücher folgen wollten," woraus hervergeht, daß MaimonideS die bildlichen Stellen des Talmud'S von demselben Standpunkte aus beurtheilte, von dem aus er die Anthropomorphismen der Bibel erklärte, wie er auch a. a. O. sagte, daß er beabsichtigte, in einem besonderen Werke alle jene haggadischen Stellen zu tnterpretiren, welche vernunftwidrig zu sein scheinen. והוא ספר יעדנו שנבאר בו ספיקות הדרשות כולם אשר הנראה מחם מרוחק ״ .מאד מן האמת יוצא מררך המושכל והם בולם משליםEs ist dies das Werk, in welchem wir beabsichtigten, die Zweifel zu erörtern, zu denen alle talmudische Aussprüche veranlassen, deren Sinn dem Anscheine nach sehr fern von der Wahrheit und abliegend von dem Wege des vernünftigen Denkens ist, die aber in der Wahrheit inSgcsarnmt Gleichniße sind." Daß MaimonideS in den angeführten Worten alle scheinbar vernunftwidrigen Aussprüche unserer Weisen als Gleichnisse betrachtete, und deren Erklärung beabsichtigte, zeigt mit Evidenz, wie unwahr die Behauptung des Vers, ist, daß MaimonideS manche Vor« stellungen unserer Weisen als Aberglauben bezeichnete. Ebenso falsch ist die § 418 ausgesprochene Behauptung, daß MaimonideS ״auf eine willkürliche Weise bei früheren Geschlechtern schon diejenigen Einsichten und Erkenntnisse voraussetzt, deren Besitz sich erst bei späteren Geschlechtern Nachweisen läßt." Wenn die Einsichten und Erkenntnisse, die MaimonideS bei den Talmndtsten voraussetzt, sich auch wirklich erst bei späteren Geschlechtern Nachweisen ließen, so müßte es doch als die größte Willkühr betrachtet werden, hieraus zu schließen, daß Maimonidcs auf eine willkürliche Weise jene Einsichten voraussetzte. Indessen zeigen manche Talmudstellen, in