Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 2 (1855-1856)
- Issue
- Heft 7 (April 1856)
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1856-04-01
- Page
- 386 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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386 המפתח. Praktische Einleitung u. s. w. von Leopold Löw. enthält, Schriftsteller: angeführt wurden, ist durchaus kein Beweis gegen bas Gesagte, da gerade aus dem Umstande, daß bet solchen Schriftstcllen, wie wir bereits oben zeigten, ausdrücklich bemerkt wurde, daß sie nicht als Beweis sondern nur als אסמכתא dienen sollen, mit Evidenz hervorgeht, welche scharfe Distinktion unsere Weisen bei ihren Bibclerklärungen machten, und daß sie den einfachen Schriftsinn nie aus dem Bewußtsein verloren. Es beruht daher aus Unwahrheit, erst jener zweiten Periode ״die Auffindung des natürlichen Schriftsinnes" zuzuschreibcn; derselbe hatte, um bekannt zu werden, nicht erst auf das Entstehen der karäischcn Sekte zu warten, er wurde auch von den Talmudisten berücksichtigt, wcßhalb der'Ruhm, der den Karäcrn in Folge davon, daß sie dem ״herrschenden Brauche und Herkommen nicht unbedingt folgten" nach der Ansicht des Vers, gebührt, zu den leeren Erdichtungen gehört, denen wir im bezeichnetcn Abschnitte allerdings noch öfters begegnen. § 412 sagt der Vers. : ״In seinem großen Gcsctzbuche Mischne Thora folgt Maimonidcs in der Regel dem Talmud und erklärt ausdrücklich, daß die in der babylonischen Gemara enthaltenen Vorschriften für ganz SfvacX tiinbenb seien. Dies hält ihn jedoch nicht ab, in einzelnen Stücken seine talmudisäien Führer zu vcrlassen, und namentlich ihre Vorstellungen von dem Dasein der Dämonen, von der Wirksamkeit der Zauberet, von dem Einflüsse der Gestirne und von der Bedeutung der Träume als Aberglauben zu bezeichnen und die daraus bezüglichen Satzungen zu verwerfen, oder dieselbe auf eine vom Talmud abweichende Weise zu begründen. § 436: ״Eine sorgfältige Prüfung der Werke Maimuni'S führt in der That zu dem sichern Ergebnisse, daß derselbe nicht in allen Stücken dem Ansehen dcö Talmuds gehuldigt habe." In der That aber führt eine sorgfältige Prüfung der Werke Maimuni'S zu dem sicheren Ergebniße, daß Herr Löw eine solche Prüfung gar nicht vorgcnommcn hat; denn hätte er dies wirklich gethan, und die Resultate dieser Prüfung gewissenhaft bcrücksichtigt, so hätte er unmöglich zur Aufstellung der obigen Angaben sich entschließen können. Es ist durchaus unwahr, daß Maimonidcs irgend eine Vorstellung seiner ״talmudischen Führer" als ״Aberglauben" bezeichnet!!, und diese Ansicht entbehrt nicht nur jeder Begründung, sondern sie wird auch durch positive Beweise aus den Schriften des