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Jeschurun · 1856-04-01 · Heft 7 (April 1856) · p. 383

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
2 (1855-1856)
Issue
Heft 7 (April 1856)
Article
[Rezension]
Date
1856-04-01
Page
383 (sequence 12)
Language
German
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Rezensirt von vr. Gugenheimer. 383 nebst anderen ähnliche« scheinbar sich entgegenstehenden Aussprüchen einer und derselben Persönlichkeit mit der größten Deutlichkeit zeigt, .daß in dem Tadel, den wir im Talmud gegen haggadischcn Schriften ausgesprochen finden, durchaus keine Abneigung gegen die Haggada, sondern nur eine Mißbilligung des Niederschreibens derselben liegen sollte, woraus hervorgcht, daß die Angabe des Dorf., daß ״die Meister der Haggada oft ihre ganze Uebercdungsgabe anfbietcn muß« ten, um die Eifersucht der Halachisten zu beschwichtigen", eine total aus der Luft gegriffene Verleumdung ist. Die vom Vers, angeführte Erzählung beweist nicht das geringste für seine Behauptung, da die Talmudstclle, ans der diese Erzählung geschöpft ist, Sota 40 a, kein Wort enthält, das nur auf die leiseste Regung von ״Eifersucht" auf Seiten des R. Chija schließen läßt, und die Mißstimmung, von der dort berichtet wird, dem Umstande zuznschreibcn ist, daß R> Chija aus eigener Anschauung durch jenen Vorfall von dem Jndifferentismuö überzeugt wurde, der zu seiner Zeit schon gegen halachisch-gesetzliche Belehrung vorhanden war, und der ihn gewiß ebenso geschmerzt hätte, wenn ein anderer als er dabei eine Zurücksetzung erlitten haben würde; die Nachrichten, die uns im Talmud über N. Chija aufbcwahrt find, geben die volle Bcrechtigung anzunchmcn, daß seine Unzufriedenheit durchaus nicht der persönlichen Kränkung, sondern der Gleichgültigkeit gegen die heilige Sache des Jndenthumö galt, die er dadurch, daß man die Haggada der Halacha vorzog, als gefährdet betrachten mußte. So wenig aber ans der angeführten Stelle auf die ״Eifersucht" des N. Chija geschlossen werden kann, ebensowenig bietet dieselbe irgend einen An- Haltspunkt dafür, daß R. Abnhu, wie der Vcrf. sagt, ״sich geuöthigt sah", N. Chija zu beruhigen; cs liegt vielmehr sowohl in dem Benehmen als in den vom Vcrf. nicht ganz richtig übersetzten Worten N. Abuhu'S ein deutlicher Beweis, daß er aus ganz freiem Antriebe sich bemühte, den geachteten Gesetzlchrer die ihm gewordene persönliche Beleidigung vergessen zu lassen, aber nicht die geringste Eifersucht in ihm vcrmuthcte. Die Angabe des Vcrf. entbehrt daher aller Wahrheit und konnte keinen andern Zweck haben, als den großen Lehrern der Halacha Eitelkeit, kleinliche, selbstsüchtige Gcsinnungcn zuzuschreibcn. So wenig dieses Bestreben bei dem Vcrf. befremden kann, und so begreiflich hiedurch die im erwähnten §

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