Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 2 (1855-1856)
- Issue
- Heft 7 (April 1856)
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1856-04-01
- Page
- 377 (sequence 6)
- Language
- German
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Rezensirt von vr. Gugenheimer. 377 Begriffe bezeichnet werden, mit einander verwechselt und als gleichbedeutend betrachtet, das ist eine Entstellung der Wahrheit, die, abgesehen von ihren Conseguenzen, schon aus wissenschaftlichen Gründen nachgewiesen werden muß. Aus Ketubot 72 a und Maimoindes Hilchot Jschot XXIV 11. 12 geht hervor, daß der Ausdruck רח יהודיח zur Bezeichnung jener Kategorie von Vorschriften diente, welche durch den Gebrauch eingeführt und als nicht דאורייתא betrachtet wurden, während die durch ns 'תורה שבעל gegebenen Bestimmungen, wie einem jeden, der nur einigermaßen mit dem Talmud vertraut ist, nothwendig bekannt sein muß, nicht als Gebrauche sondern als Gesetze'zu betrachten sind, von denen viele gleich den in der schriftlichen Thora deutlich vorkommenden Geboten als דאורייתא angesehen werden müssen. Es ist daher eine ganz willkührliche Verwechselung der Begriffe, &תשב als gleichbedeutend mit דת יוזודית zu erklären, und dieser aus der Luft gegriffenen Annahme entsprechen auch die weiteren Ansichten, die der Verf. aufstellt. Er behauptet, daß die Volkslehrer der talmudischen Periode, um manche von der jüdischen Sitte oder mündlichen Ueberlieferung geheiligte Gebräuche und fromme Nebungen, von denen im geschriebenen Gottesworte keine Spur zu finden war, in dem Ansehen, das sie genoßen, zu erhalten und zü befestigen, sich bemühten, durch eine künstliche Exegese nachzuweisen, daß auch im geschriebenen Worte der Thora Htndeutungen auf die Heilighaltung jener Gebräuche enthalten wären. Ein unpartheiischer Blick in die Schriften, in denen die vom Verf. bezeichnete Exegese aufbewahrt ist, und die als die einzige Quelle zu einer wissenschaftlichen Beurthcilnng derselben zu betrachten sind, zeigt, daß die angeführten Ansichten des Verf. der Wahrheit und historischen Treue völlig entbehren. Es wurde bereits nachgewiesen/ daß es falsch ist, תשבפ als gleichbedeutend mit דת יתודית zu erklären, da im Thalmud einem großen Theile der durch ssrvn gegebenen Gesetze gleiche Wichtigkeit und Heiligkeit mit den in der schriftlichen Thora enthaltenen Geboten betgelegt wird; und es mußte auch den traditionellen Vorschriften dieselbe Autorität wie den im Pentateuch gegebenen Geboten eingeräumt werden, da nach der in Torat Kohanim zu 3 B. M. 25. 1., Berachot 5 a, Erubin 54 b, Megilla 19 b, Gitttn 60 b, Temura 14 b, deutlich ausgesprochenen Lehre, Mosche außer der schriftlichen Thora auch Jnterpretationsregeln für