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Jeschurun · 1856-04-01 · Heft 7 (April 1856) · p. 376

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
2 (1855-1856)
Issue
Heft 7 (April 1856)
Article
[Rezension]
Date
1856-04-01
Page
376 (sequence 5)
Language
German
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376 המפתח. Praktische Einleitung «. f. w. von Leopold Lkw. Auffassung von חורה שבעל פח, welchen Ausdruck er, wie aus dem angeführten § hervorgeht, als gleichbedeutend mit רה ׳תוריה betrachtet. Hätte der Verf. einfach gesagt, daß die mündliche Ueberlieferung nichts anders als die jüdische Sitte fei, ״die manche Gebräuche und fromme Uebungen geheiligt hatte": so wäre bet seiner Ansicht über die schriftliche Thora nichts gegen seine Aeußerung einznwenden, wir würden ihn nicht einmal fragen, wieso er in einem Werke, in dem er eine Anleitung geben will, ״nach dem Worte Gottes zu leben und zu wandeln" sich dazu entschließen konnte, die Träger der Lehre, durch welche einzig und allein uns ein Verständniß der in der Thora gegebenen Gebote möglich ist, durch die Behauptung zu verdächtigen, daß sie das, was nur durch den Gebrauch eingesührt wurde, als mündliche am Sinai erhaltene Überlieferung bezeichnen wollten — wir würden auch diese Frage unterlassen, weil die ganze Arbeit des Herrn Low zur Losung derselben als מפתח dient —; daß aber der Verf. Ausdrücke, durch welche in der uns vorliegenden talmudtschen Literatur mit der schärfsten Prägnanz ganz verschiedene Neligionsgebräuche als Satzung bestätigt haben.";מצוף würde demnach nichts anders als ״Neligionsbrauche" bezeichnen! So produktiv der Verf. auch an Erfindungen ist — hiefür wird er wohl keine auch nur zum Scheine annehmbare etymologische Erklarung aufzufinden im Stande sein. Zn Folge jener Interpretation wird aber nicht nur dieses Wort falsch erklärt, sondern es wird dadurch auch dem N. Samuel Ha-Levi eine Ansicht zugeschrieben, an'die er gewiß nicht im entferntesten dachte. Einer derartigen Fälschung bei Anführung der Worte eines älteren Schriftstellers begegnen wir auch § 373, wo der Verf. dem R. Samuel ben Meier folgende Worte in den Mund legt: ״Das Zeichen, an der Hand und die Erinnerung zwischen den Augen (2 Mos. 13, 9) ״find nicht die Tephillin"; von den letzteren vier Worten ist aber an der Stelle, deren Uebersetzung der Vers, hier geben will, nicht die geringste Spur vorhanden. Allerdings wird dort der Wortsinn der erwähnten Schriftstelle in einer von der traditionellen Auffassung differirenden Weise erklärt, aber dessen ungeachtet war N. Samuel ben Meir weit davon entfernt, so wie es ihm hier angedichtet wird, die traditionelle Auffassung als falsch zu bezeichnen, da er ja, abgesehen von seinen Erklärungen zu verschiedenen T-Heilen des Thalmud, in seinem Thorakommeutare zu 2 B. M. 21, um allen möglichen Mißverständnißeu vorznbeugen, ausdrücklich sagte: לא באחי לפרש הלכות א״ע״פ שהם עיקר־, woraus doch mtt Evidenz hervorgcht, daß er die Deutung des halachischen Midrasch für ebenso wahr, als den einfachen Wortsinn hielt. Der Verf. geräth übrigens auch hier mtt sich selbst in Widerspruch, da er in dem angeführten § bemerkt, daß Raschbam in der Ausübung der religiösen Gesetze keine Veränderung herbeiführeu wollte,, während doch in dm vom Verf. ihm ^geschobenen Worten eine offenbare Aufhebung des betreffenden Gesetzes ausgesprochen ist.

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