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Jeschurun · 1856-04-01 · Heft 7 (April 1856) · p. 355

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
2 (1855-1856)
Issue
Heft 7 (April 1856)
Article
Nissan
Date
1856-04-01
Page
355 (sequence 7)
Language
German
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355 2. Der Rettung au« der Knechtschaft. egypttschen Kunst und Weisheit sich bestätigt — dann verkünden diese Werke zugleich die tiefe Gesunkenheit, das vollendete Sklaventhum der egyptischcn Menschheit. Nur eine Herrschergewalt, die über Leben und Tod, über Kräfte und Dienste der Volker mit gottergleicher Willkühr schaltete, der gegenüber die Menschen jeden Selbstzweck verloren und zu bloßen blinden Werkzeugen der Macht und des Ruhmes der Herrscher hinabgesunken, nur eine solche über Leiber und Geister der Volker unumschränkt gebietende Gewalt konnte solche Werke vollenden, — nur in ihrem Herrscher einen Gott erblickende Volker konnten für den eingebildeten Ruhm eines Einzigen also ihre Leiber zur Frohn und ihre Leben zum Opfer bringen, — und nur ei» Volk, das sich auch selber in gleicher Weise abstufte, das die sociale wie die physische Welt in blind zerklüftete Götterregionen;erfüllte, dem aus der socialen wie aus der physischen Welt das ganze Bewußtsein eines alle Wesen mit demselben Stempel göttlicher Abkunft adelnden Einzigen Schöpfers und Vaters geschwunden war, — nur ein solches Volk konnte seine Herrscher also vergöttern! Und unter diesem egypttschen Kastenvolke, dessen Weisheit in der Erkenntuiß sich gegenseitig beschränkender, blind einander bekämpfender, aücsammt einer blind gesetzten, mit ewiger Nothwendigkeit Alles sklavisch feffelnden Ordnung gehorchender Natur- und Social- Gewalten endete, — wo der, in dem Thierleben zur Anschauung kommende, wandcllos gewaltige Naturtrieb das höchste Ideal war, dem man Altäre baute — und auch das sociale Leben zum Opfer brachte, — wo darum Keiner mehr zum Menschen, nicht einmal zum Egypter geboren ward, wo man das Gewerbe künstlich zum Naturtrieb nmgewandelt hatte, und jeder nur für seine Gewerbsfpecies, für seine Kaste das Leben gewann, wo Alles sklavisch unter diesem Zwang sich bewegte, und selbst — wie uns die cgyptischen Bildwerke noch heute zeigen — die Könige vor der eigenen angeborenen Götter-Majestät im Staube knieten, — unter diesem sklavischen Kastenvolke sollten die freie Söhne der Abrahamssamilte mit Politik und Gewalt zu Sklaven erniedrigt werden! Sollten mit Politik und Gewalt zu der, dem egypttschen Kastenwesen fehlenden Sudra- und Peinah-Kaste geschaffen werden, auf welche alle übrigen Kasten mit Füßen zu treten berufen, und die geboren sein

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