Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 2 (1855-1856)
- Issue
- Heft 6 (März 1856)
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1856-03-01
- Page
- 333 (sequence 8)
- Language
- German
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Rezenflrt von vr. Gugenhetmer. ZZZ bis zum Erscheinen jener ״besonderen Einleitung" warten, in der sich Herr Löw vielleicht auch entschließt, die Gründe anzugeben, um derentwillen er die Vollendung der heiligen Schriften um drei bis vierhundert Jahre später ansetzt, als es in der authentischen, Baba batra 15 a uns ausbewahrten Nachricht geschieht, und die Motive zu zeigen, die ihn bewogen haben, die von der neueren Bibelkrttik ausgesprochenen Resultate mit solcher Bestimmtheit anzunehmen, obgleich dieselben auch schon ihre Widerlegung gefunden haben. Sollte der Vers, seine Ansichten etwa durch sprachliche Gründe beweisen wollen, so müßte er jedenfalls mit einer größeren philologischen Gründlichkeit verfahren, als es Kap. II § 46 geschehen ist, wo er acht hebräische Wörter als Fremdwörter bezeichnet und für wirkliche Fremdwörter einen ganz falschen Ursprung angibt. So behauptet er z. B. daß יאר egyptisch sei; es ist aber dieses Wort, wie schon von R. Mosche ben Nachenan zum 1. B. M. 41, 1 nachgewiesen wurde, echt hebräisch; כרוז kommt seiner Ansicht nach aus dem Griechischen, was aber ebenfalls nicht wahr ist, da der persische Ausdruck für das Daniel 3, 4 vorkommende כרוזא mit diesem weit größere Aehnlichkeit hat als der griechische, wie aus Vullers־ Lexicon Persico-latiimm T. I. p. 684 deutlich hervorgeht, wonach schon in der Zendsprache durch das Wort khruc der in כרוזא liegende Begriff ausgedrückt wird; es erhellt hieraus, daß die griechische Bezeichnung des Wortes ״Herold" aus der Zendsprache oder von dem gleichlautenden, Vullsrs 1. o. erwähnten im Sanskrit vorkommenden Stamme abgeleitet werden muß, keineswegs aber, wie der Verf. meint, כרוזא griechischen Ursprungs ist. Der Vers, gibt wohl noch mehr Proben seiner sprachvergleichenden Studien; doch liefern schon die angeführten ׳Beispiele ein genügendes Bild von den linguistischen Forschungen des Herrn Löw, weßhalb wir uns nun zu einer andern, im II Kap. ausgesprochenen Ansicht wenden wollen, deren Widerlegung um so erforderlicher ist, als der Vers, sich hinsichtlich derselben auf einen sehr geachteten jüdischen Schriftsteller, nämlich aus Aldo berufen kann. Er sagt nämlich § 54: ״Die Einführung des in unfern Bibeln gebräuchlichen hebräischen Alphabeth's wird dem gelehrten Priester Esra, dem Sohne Seraja's zugeschrieden." § 55: ״Die von Esra eingeführte Schrift wird assyrische (כחב אמורי) d. i. chaldäische Schrift genannt, weil sie von den Chal- 21