Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 2 (1855-1856)
- Issue
- Heft 6 (März 1856)
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1856-03-01
- Page
- 330 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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330 חמפחח. Praktische Einleitung u. f. w. von Leopold Löw. Volk, sondern lediglich in der Begründung einer Heiligen Nationalliteratur erblickte. Nur hierdurch läßt cs sich erklären, weßhalb der Vers. § 37 bemerkt: ״Das Entstehen heiliger Bücher in Israel war von dem Bestehen des israelitischen Staates durchaus nicht abhängig. Mose schrieb die Thora bevor das israelitische Reich in Kanaan gegründet wurde, ja bevor die verheißene Heimath Israels noch erobert war." Nur wenn man, wie der Vers., Mosche als eine» ״Schriftsteller", als den Autor, den Urheber der Thora, und diese selbst als ״Grund zu einer Sammlung heiliger Schriftwerke" betrachtet: nur dann kann es bemerkenswerth erscheinen, daß Mosche, schon bevor sein Volk eine Heimath hatte, an die Gründung einer Literatur für dasselbe denken konnte; würde aber der Verf. die Thora als das von Gott gegebene Gesetz ansehen, dann mußte er es als sich von selbst verstehend betrachten, daß die Thora vor dein Bestehen eines israelitischen Staates gegeben werden niußte, da (abgesehen von den Gründen, welche in der Mechilta zu 2. B. M. 20, 2 dafür angegeben sind, daß die Offenbarung in der Wüste stattfand) die Thora erst die Grundlage bildet, auf der sich ein ״israelitisches Reich" erheben konnte, und ein solches ohne die Thora durchaus nicht denkbar ist. Da nun der Verf., obgleich er eines ״geosfenbarten Gottes- Wortes" und ״göttlicher Religivnsurkunden" erwähnt, doch im Widerspruche hiermit die Göttlichkeit der Thora leugnet, indem er sie als Mofche's Werk betrachtet: kann es nicht befremden, daß er, wie aus der angeführten Stelle und auch aus § 20 deutlich erhellt, zwischen der Thora und den übrigen biblischen Büchern gar keinen Unterschied annimmt, sondern diesen mindestens eine der Thora gleiche Wichtigkeit und Bedeutung beilegt, was aber schon mit den in den prophetischen und hagiographischen Schriften ausgesprochenen Ansichten im Widerspruche steht; denn, abgesehen, von den in den nachmosaischen Schriften der Bibel häufig vorkommenden ausdrücklichen Hinweisungen auf den Pentateuch, geht aus den Worten der Propheten deutlich hervor, daß sie die Thora als die eigentliche Grundlage für das jüdische Leben ansahen, daß ihnen die Befolgung der in der Thora gegebenen Gesetze als das höchste Ziel des Israeliten vorschwebte, daß sie den Zweck ihres eigenen Auftretens nur in der Thora erblickten, und daß sie die Lehren, die sie zu ver-