Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 2 (1855-1856)
- Issue
- Heft 6 (März 1856)
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1856-03-01
- Page
- 329 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Rezmsirt von Dr. ®ugehljcfmev. 329 Sammlung heiliger Schriftwerke" betrachtet, — mit welcher Bercchtigung kann er hierbei von einem ״geoffcnbartcn Gottesworte" (§ 20) sprechen? Mit welchem Rechte kann er irgend einer ״Wissenschaft" die Ausgabe stellen, ״eine Anleitung zu sein, nach dem Worte Gottes zu leben und zu wandeln" (§ 23)? Mit welchem Rechte kann er einer durch das geosfenbarte Gotteswort gelehrten ״Erkenntniß Gottes, seines Wesens, Waltens und Wvllens" (§ 20) erwähnen? Mit welchem Rechte kann er (das.) Schriftstellen anfübren, die mit der größten Klarheit die Thora als Gottes Werk bezeichnen? War Mosche ein Schrtfteücr, war die Thora der von Mosche gelegte Grund zu einer Sammlung heiliger Schriftwerke: dann ist es lächerlich, an ein gcoffenbartes Gotteswort zu glauben, dann kann es keine Wiffenschaft geben, welche nach dem Worte Gottes zu leben und zu wandeln lehrt, dann ist es ein auf Täuschung berechnetes Spiel mit Worten und Begriffen, wenn man Bibelstellen im Munde führt, in denen der Glaube an die Göttlichkeit der Thora im eigentlichen Sinne des Wortes mit der größten Entschiedenheit ausgesprochen ist. Doch es konnte vielleicht eingewendet werden, daß der Vers, das Wort ״Schriftsteller" nicht in der gewöhnlichen Bedeutung gebraucht, wie er auch das Wort ״Prophet" in einem eigenthümlichen Sinne zu nehmen scheint, da er Mosche ״den ersten *) Propheten Israels" nennt, während nach den Berichten der heiligen Schrift, denen er hinsichtlich der Erzählungen über die Erzväter Glauben zu schenken scheint, auch Abraham, Jizchak und Jakob Propheten waren, die auch von Matmonides (More Nebuchim II 39) u. a. ausdrücklich alg נביאים bezeichnet werden; der Verf. zeigt aber mit großer Deutlichkeit, daß er wirklich die Thora einzig und allein auf Mosche zurückführt, da er ausdrücklich sagt: ״Durch die Thora legte er (Mosche!) den Grund zu einer Sammlung heiliger ״Schriftwerke" , woraus klar hervorgeht, daß der Verf. die Thora nicht 'על פי ה, nicht in Folge des göttlichen Auftrags, sondern durch Mosche's Spontaneität geschrieben betrachtet, und daß er den Zweck der Thora nicht in der Ertheilung eines Gesetzes für das israelitische Daß. der Verf. dieses Wort nicht, wie es richtig wäre, in Bezug auf den Rang, sondern in Bezug auf die Zeit gebraucht, grht sowohl aus dem Zusammenhänge der angeführten Stelle, als auch aus dem ganzen Buche hervor, in welchem der Mrs. nie erwähnt, daß Mosche als über den anderen Propheten stehend zu betrachten ist.