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Jeschurun · 1856-03-01 · Heft 6 (März 1856) · p. 327

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
2 (1855-1856)
Issue
Heft 6 (März 1856)
Article
[Rezension]
Date
1856-03-01
Page
327 (sequence 2)
Language
German
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Rezensirt von Dr. Gugenheimer- 327 es auch nicht nothwendtg, daß der Schriftsteller feinen Leser beständig den ganzen Weg mitmachen läßt, ans welchem er zu seinen Resultaten gekommen ist, so kann doch mit Recht verlangt werden, daß ein Autor, welcher Neberzeugnngen widerspricht, die Jahrtausende lang herrschend waren und noch immer die Grundlage unseres religiösen Lebens bilden und bilden müssen, — von seinen Ansichten wenigstens durch einen Wink, durch eine Andeutung Rechenschaft gebe. Wir werden aber zu zeigen suchen, weßhalb Herr Low eine Begründung seiner Ansichten nothwendtg unterlassen mußte, welcher Nachweis zwar für den auf dem Gebiete der jüdischen Literatur nur einigermaßen Bewanderten überflüssig ist, aber für das größere Publikum um so erforderlicher erscheint, als die in jenem Werke niedergelegten Ansichten, wie der Verf. selbst bemerkt, auch auf das Leben zu influiren geeignet sind, und als der Verf. bei seinem Streben, ״in Ton und Vortrag die erforderliche Wärme und Innigkett" nicht vermissen zu lassen, sich manchmal frömmelnder Phrasen bedient, durch welche wohl die, welche Lust haben, sich vom Herrn Löw ״die Pforten eines tieferen Verständnißes der Bibel" eröffnen zu lassen, leicht geblendet und dazu verleitet werden können, seinen Aufstellungen ein Zutrauen zu schenken, das ihnen durchaus nicht zukommt. Wir schweigen nun von dem, was über die Anordnung und den Plan des ganzen Werkes zu bemerken wäre, schweigen über den Werth der Einleitung, die der Verf. dem ersten Abschnitte voranschickt, und gehen zu jener Stelle über, in welcher der Verf. seine Ansicht über die ״Entstehnngszcit des göttlichen Wortes überhaupt" (sie!) niederlegt. Hierüber sagt er § 33: ״Mose, der Sohn Am- ״ranis, Israels erster Prophet, — geb. im I. d. W. 24 l 3, gest. 2533״, — war auch der erste Schriftsteller Israels. Durch die ״Thora legte er den Grund zu einer Sammlung heiliger Schrift- ״werke. Im Laufe der Jahrhunderte wurde diese Sammlung von ״weisen, gotterleuchteten Männern, besonders von Esra, Nehemia ״und den Sofertm (סופרים Schreiber, Gelehrte) erweitert, bis sie .,ungefähr hundert Jahre vor der Zerstörung des zweiten Tempels, ׳»Mv Zeit der gelehrten Schulhäupter Schamai und Hillel, für im- ״mer geschlossen und vollendet wurde. Zwischen der ersten Auf- ״Zeichnung heiliger Urkunden und dem gänzlichen Abschlüsse der

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