Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 2 (1855-1856)
- Issue
- Heft 6 (März 1856)
- Article
- Geschichte der Juden
- Date
- 1856-03-01
- Page
- 323 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Rachum Jsch Gam-Su und R. Nechunjah b. Hakanah. ZZZ gewesen sein und seine Lebenssentenz des unbedingten Vertrauens in die weise Güte der göttlichen Vorsehung aus Alliteration an seinen Ortsnamen in die Formel: Gram su letoba, ״Auch dies zum Guten" gefaßt haben. Jedenfalls dürfte für das Historische dieses Nachum'schen Lebensgrundsatzes der Umstand sprechen, daß uns von seinem langjährigen Schüler, N. Akiba, Berachoth 60, 2, dieselbe Sentenz nur in anderer Fassung überliefert ist: הנא משמיה דר' עקיבא לעולם יהא אדם תיל לומר. כל דעביר רחמנא לטב עביר. Immer gewöhne man sich zu sprechen: Alles waS Gott thut, thut er zum Guten. Doch wir lassen dies dahin gestellt und sehen uns nur noch zum Abschied von R. Jvchanan b. Gakkai und seiner Zeit eine Notiz an, die uns S. 23 über dessen Wirken nach der politischen Seite hin gegeben wird, weil 'dieselbe zu charakteristisch für die ganze Art und Weise ist, wie in dieser Historie Geschichte gemacht wird. Wir lesen: N. Jochanan scheint auch nach der politischen Seite hin ein Schild für das junge Geweindelebcn, das er nun geschaffen, gewesen zu sein. Seinen freundlich milden Charakter, wodurch er seinem Lehrer Hillcl so ähnlich war, bewährte er auch gegen Heiden. Es wird von ihm erzählt, daß er Heiden zuvorkommend grüßte (Berachoth 17 b.). Solche Freundlichkeit bildet einen grellen Kontrast zu dem Haffe der Zeloten gegen die Heiden, der sich nach der Temvelzerstörung noch steigerte. Den Vers (Sprüche 14, 10.) ״die Milde des Volkes ist Sünde" deuteten die Zeitgenossen ganz buchstäblich mit sichtbarer Gereiztbeit gegen die Heidenwelt, zu deren Nachtheil, indem sie es geradezu aussprachen: ״die Heiden mögen uns noch so viel Gutes und Mildes erweisen, so wird cS ihnen als Sünde angerechnet; denn sie thun es nur, uns zu verhöhnen." Nur R. Jochanan b. Sakkai deutete diesen Vers im Sinne echter Menschenliebe: ״Wie Sündenopfer Israel sühnt, so sühnt Wohlthätigkeit und Milde die Hctdenvölker." (Baba Batra 10, b.) Eben diese sich gleichbleibende Friedfertigkeit R. Iochanan's mag. dazu beigetragcn haben, daß die zwei ffavianischen Kaiser u. s. w. Ist dies nicht ganz lieb und schön? Nur Schade! Es fehlt ihm eine ganze Kleinigkeit. Es ist blos ein Bischen — nicht wahr! und :licht nur nicht wahr, die Wahrheit ist das gerade Gegentheil. Baba Batra 10, d, wird uns erzählt: אמר להן ר׳יב׳ו לחלמיריו כני ״ •מהו שאמר הכתוב צדקה תרומם גוי וחסר לאומים חטאתR. I. b. S. sagte zu seinen Schülern: Meine Sohne, was meint wohl die Schrift in dem Verse: Mildthätigkeit erhebt ein Volk und Liebe der Nationen ist Sünde? Darauf sprachen N. Elieser, R. Josua, N. Gamliel die eigene und zugleich die des R. Elasar, des Modaiten, und