Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 2 (1855-1856)
- Issue
- Heft 6 (März 1856)
- Article
- Geschichte der Juden
- Date
- 1856-03-01
- Page
- 318 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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318 Geschichte der Juden von vr. Grätz. Fünfter Artitel. mal davon sagen kann si non s vero, e ben trovatoj denn wo eine Erfindung so hohl ist, daß jedes Blatt urkundlicher Wahrheit sie der ganzen Bloße ihrer Unwahrheit überführt, so kann man ihr nicht einmal das Verdienst einer geschickten Erfindung prädiciren. Wie die thalmudischen Urkunden, die hier ja allein als historische Quellen zu dienen haben, allem Dem diametral widersprechen, was diese Geschichte über den Gegensatz Schamai's und Hillcl's, so wie der Hillel'schen und Schamai'schen Schule fabelt, wie die Dcraschoth — die ja übrigens nicht als Entstehungsquelle der Gesctzbestimmungcn, sondern als Erhaltungs- und Regultrungö-Mittel -er Gesetz- Überlieferung da stehen — nicht von Hillel eingeführt, noch von Schamai bestritten worden, eben so wenig einen Gegenstand der Controverse zwischen ihren beiderseitigen Schulen gebildet haben, vielmehr hierüber die vollständigste Übereinstimmung unter ihnen vorhanden gewesen und die unzweideutigsten Belege der thalmudischen Urkunden diese ganze Behauptung in das Bereich der Erfindung und Fabel verweisen — alles dies haben wir bereits in den bisherigen Artikeln dargethan, und damit die Nichtigkeit des ganzen Ausgangspunktes dieser angeblichen Geschichte der talmudischen Lehrentwickelung gezeigt. Es sind aber nicht minder die nun folgenden einzelnen Momente der angeblich in Gegensätzen sich fortspinnendcn Entwickelung schon an und für sich so faktisch unwahr und setzen eine so geradezu falsche Auffassung der angeblichen Belegstellen voraus, daß sich auch eine weitere Besprechung schon rein vom objektivsten Standpunkt des wissenschaftlichen Interesses rechtfertigt. Den zweiten Fortsatzknoten bildet dieser Gesch. d. Juden der Gegensatz: R. Nach um Jsch Gamsu und R. Nechunja b. Hakkan ah. Wir hören S. 22: Nachum's eigene Lchrwetse bestand darin, die mündliche Lehre aus dem heiligen Terte herauszudeuten auf Grund gewisser Partikeln, deren sich der Gesetzgeber bei der Fassung der Gesetze recht absichtlich als Fingerzeig bedient hätte. Solche Partikeln sollten nach seiner Ansicht nicht nur zur sym taktischen Ordnung der Sätze dienen, sondern vielmehr Andeutungen sein für Erweiterung und Einschränkung des gegebenen Gesetzkreises (Schebuot 26 av Chagiga 12 a., Genesis Naba c. 1.) Dieses Herleitungsverfahren Nachum's war ein neuer, fruchtbarer Zusatz zu den Hillel'schen Deutungsregeln; es fand Aufnahme, Wege und Weiterbildüng und führte den Namen: ״die Regel der Erweittrung und Fortbildung" (KLKLhj