Mannheim
Compact Memory

Jeschurun · 1856-03-01 · Heft 6 (März 1856) · p. 303

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
2 (1855-1856)
Issue
Heft 6 (März 1856)
Article
Adar und Weadar
Date
1856-03-01
Page
303 (sequence 3)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2932754-2932821-2932828-2939579--01367-2939597
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

1. Die verschiedenen Größen. 303 Menschen in jedem Augenblicke seines Strebens und Thuns hinweist, והיו לאותות, sie seien ihm nicht nur das äußere Maaß, den Umfang und die Dauer seiner Thätigkeit zu messen, sie seien ihm zugleich Warnzeichen und Wahrzeichen, das innere Maaß, die innere Größe, den inneren Werth seines Strebens und Thuns zu schätzen. - Zwei Größen zeigt ihm der Himmel. Die Eine, die, wenn sie da ist, da ist in ihrer ewig gleichen Kraft und Mächtigkeit, und mit strahlender Macht und Wirksamkeit ossen in allen Gestaltungen der sinnlichen Entfaltung der Wesen zu Tage tritt; deren Herrschaft aber nur die eine Hälfte der irdischen Lebenszeit zufällt und die zurüütritt, ganz zuräcktritt, sobald das Reich der andern Größe beginnt. Es ist die strahlende Tagesgröße der Sonne. Die Andere, selten vollstrahlend iit sichtiger Vollkraft, in stetem Wechsel begriffen, stets nur ringend nach Licht; aber in diesem Ringen unermüdlich groß. Bescheiden zwar und milde, nicht blendend und sengend, still ihre Sendung vollbringend; aber nicht weichend vor der Herrschaft der andern, mächtigen Größe. Unerkannt zurückstehend, so lange der mächtige Strahl der anderen Größe leuchtet, aber ihre Zeit abwartend, bis der mächtige Strahl der anderen Größe gesunken und dann hervortretend in ihrer freundlichen Milde, die Nächte des irdischen Daseins erhellend. Es ist die wechselnde Nacht- und Tages- Größe des Mondes. Seht da eure Vorbilder, spricht das Wort unserer Weisen. Zwei Größen kann der Sterbliche erstreben. Er kann die materielle Macht und Fülle, er kann die irdische Gewalt und Hoheit erstreben, die so lange sie dauert, kein Schwanken kennt, unfehlbar und sicher das erzeugt und das bewirkt, was in den Umfang ihrer Kraft und Mächtigkeit gelegt. Die, was sie ist, durch sich selber ist, und, so lange sie dauert, angestaunt wird in ihren Wirkungen, verehrt wird in ihrem Glanze, gefürchtet wird in ihrer Macht, — deren Herrschaft aber ein Ziel gesetzt ist, bei welchem angelangt, sie völlig schwindet am Horizont der Zeiten. Er kann die geistig sittliche Größe erstreben, die er selten ganz erreicht, und wenn erreicht, stets im Begriff ist wieder zu verlieren, deren Kraft nicht im erreichten Ziel, sondern im ewigen Streben nach dem hohen Ziel besteht, und deren Größe eben in diesem Ringen leuchtet, die bescheiden und still sich ihrer Unvollkommenheit stets

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.