Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 2 (1855-1856)
- Issue
- Heft 6 (März 1856)
- Article
- Adar und Weadar
- Date
- 1856-03-01
- Page
- 304 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- article
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304 Mar mW Weatar. bewußt bleibt, deren segensreiche Wirkungen mehr gedacht, mehr gefühlt, empfunden, mehr geahnt zu werden vermögen, die oft verkaunt, verachtet, verlassen, zurückstehen muß vor dem blendenden Strahl materieller Macht und Glorie, die aber dann in ihrer vollen Hoheit und Größe gewürdigt wird, wann der Tag der irdischen Hoheit abgelaufen, und das geistig sittlich Große allein sich als das Ueberdauernde, Ewige bewahrt. Zwei Größen kann ein Volk erstreben. Es kam» das Schwerdt der Eroberung, es kann das Scepter der Gewalt im Kreise der Völker führen, es kann mit der Hoheit seiner Macht Alles überwältigen, es kann sich den Thron seiner Herrschaft, die Thürme seines Ruhmes himmelhoch erbauen, und Alles beugt sich seiner Größe, Alles zittert vor seiner Macht, bis der Tag seines Untergangs gekommen, — das Schwerdt entsinkt, das Scepter bricht, zusammenstürzt der Dhron, in Trümmer fällt der Thurm, geschwunden ist das Reich, und nur wie den gestrigen Tag trägt die Geschichte seinen Namen als ״gewesen" ein in das Buch der Zetten. Es kann die Erkenntniß der Wahrheit, die Veredlung des Menschen, es kann die geistig sittliche Größe zu seinem Panier erheben, es kann nur in der geistig sittlichen Selbstvollendung seine Macht und seinen Ruhm erkennen, es kann in diesem Anstreben des geistig sittlichen Ideals seine ganze Bestimmung erblicken — dann wird es keine Reiche stiften und keine Welten erobern, nicht auf gebrochene Herzen und zertrümmerte Hütten den Thron seines Ruhms erbauen, dann wird es nicht gefürchtet wandeln auf Erden, dann wird es steigen und fallen, und fallen und steigen, se nachdem cs sein geistig sittliches Ideal in sich vollendet oder verscherzt, dann wird es zu leiden haben unter dem Hustritt der Gewalt, dann wird es den Speichelwurf und den Hohn der seiner materiellen Schwäche spottenden ״Größen" zu erdulden haben — aber es wird sie doch alle überdauern, alle diese spottenden Größen, sein Untergang kommt nie, alle Tage sieht es kommen, alle schwinden, als das ewige Volk benennt es die Geschichte, und wenn einst die Tage der materiellen Größen alle gezählt, dann wird man es erkennen in seiner ewigen Größe und sich von seinem Lichte das Licht für die heraufgezogene Nacht erbitten. Einst trat der Mond klagend vor seines Schöpfers Thron: