Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 2 (1855-1856)
- Issue
- Heft 6 (März 1856)
- Article
- Adar und Weadar
- Date
- 1856-03-01
- Page
- 302 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2932754-2932821-2932828-2939579--01366-2939596- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
302 Adar und Weadar. sichen Führer zu dem Wanderer in der Nacht. Bescheiden entzieht sich dem Forscherblick sein stilles Wirken in dem Trieb der Kräfte, in der schwellenden Woge, in den Schwingungen der Nerven, und nicht immer, und nicht tn stets gleicher Fülle grüßt uns sein Licht. In stetem Wechsel steigt und fällt seine sichtige Größe, wächst ans völligem Dunkel zur ganzen Lichtfülle empor und ringt sich durch die Phase gänzlichen Verschwindens immer wieder zu neuem Wachstu hinan. Sein Reich ist die Nacht. Doch weicht er auch nicht vor dem Tagesstrahl der Sonne. Vom Sonnenglanze verdunkelt, vollbringt er gleichwohl mitten unter Tageöherrschaft der Sonne, still und bescheiden die eigene Bahn. Ist bald ein stiller Begleiter der Sonne, und steigt bald herauf, wenn die Sonne gesunken. Und diesen beiden mächtigen Trägern und Vermittlern des Lichtes und des Lebens, diesen beiden großen, und tn ihrer Größe so verschiedenen Lichtern des Himmels, gab ihr Schöpfer zugleich für den Menschen auf Erden die Bestimmung tief tn sein geistiges Leben etnzugretfen und ״ והיו לאותות ולמועדים ולימים ולשניםSymbole und Feste, Tage und Jahre" zu schaffen. "יהיו לאותות" Symbole sollten sie werden, Gedanken ausdrückende Zeichen, Ansprache Gottes an den Menschen, Gottesschrist, ihn an die Wahrheit und die Bestimmung seines Lebens zu mahnen; "ולמועדים" und sollten den einförmigen Strom der Zeit in verschiedene, gekenntzetchnete, regelmäßig wiederkehrende Momente zerlegen, auf welche der Mensch die verschiedenen Seiten seiner Thätigkeit vertheilen, und von denen Einzelne ihm zu Merkstäben für seine Zusammenkunft mit Gott und seine Zusammenkunft mit Menschen dienen sollten; "ולימים" und sollten die Tage in kleine Kreise, "״ולשמם und diese Kreise tn den größern Umlauf abschließend sammeln, innerhalb dessen sich die Gestaltungen des irdischen Lebens periodisch wiederholen. והיו לאותות! -Sie seien Symbole! Die Leuchten des Himmels, deren Wechsel und Umkreis die Zeit des irdischen Lebens dem Menschen tn Jahre und Monden und Wochen, in Tage und Stunden, ja in Minuten und Augenblicke zerlegt, die dem Menschen die Meßschnur und Richtschnur und den Faden gereicht, an welchen er die einzelnen Momente seiner Thätigkeit aufrecht, die Leuchten des Himmels, auf welche jedes verrinnende Zeittheilchen den