Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 2 (1855-1856)
- Issue
- Heft 5 (Februar 1856)
- Article
- Die Lehrerconferenz in Meppel
- Date
- 1856-02-01
- Page
- 290 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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290 Die Lehrer-Conferenz in Meppel. ändere, sei jede andere Arbeit fruchtlos. Außerdem würde jetzt vom טפל ein עיקר und vom עיקר ein טפל gemacht. Präsid ent: Mit Freuden ersehe er, daß die Herren Or. v. Es und Frankfort darin übereinstimmen, daß Verbessernngen wahrlich Noth thue», wenn gleich sie die Gebrechen aus verschiedenen Ursachen herleiteten. Sei ja gerade -die klare Erkcnntniß der Ursachen mit Zweck dieser Zusammenkunft. Wie sehr er sich jedoch auch über' die Leistungen und über den Fortgang der hiesigen Schule freue, so müsse er sich doch gestehen, daß man sich durchaus nicht mit einem bloßen Uebcrsctzen der Bibel etc. befriedigen dürfe. Es handle sich hier nicht blvs darum, daß die Kinder die Hebr. Sprache, sondern daß sie sie als Gottessprache, und in dem Pentateuch das Gottesgesctz kennen lernen, und daß sie, groß geworden, es aus innerster Ueberzeugung wissen, daß nicht nur das geschriebene Gesetz das Gesetz enthält, sondern daß es eine ns חורה שבעל geben müsse, ohne welche die חורה שבכתב nie verstanden werden kann. Die Kinder müssen wissenschaftlich gebildet,׳ aber so gebildet werden, daß sie wissenschaftliche Juden werden. Er wisse auch wohl, daß die Eltern jetzt in vielen Stücken die Kinder nicht jüdisch genug erziehen, und oft selbst sehr nachlässig und kalt in der Erfüllung der religiösen Vorschriften seien, und dadurch also nachtheilig auf die Kinder einwirkeu. Aber eben deshalb müsse man mit desto größerer Sorgfalt sich den religiösen Unterricht der Jugend angelegen sein lassen, und sich bemühen, sie auf der Schule so zu bilden, daß durch sie möglicher Weise die Eltern selbst zur Einsicht kommen, jedenfalls aber, daß ans ihnen einst bessere jüdische Eltern werden. Auf die Bemerkung des Herrn F. crwtedert er, daß gerade jetzt die Regierung selbst das Unzweckmäßige der organischen Gesetze erkenne. .Als Beweis hierfür diene, daß auf Befehl des Ministers ein Reglement entworfen sei, welches zwar noch nicht anerkannt, oder wie man glaubt verworfen sei, dennoch den Beweis liefere, daß man ander», und zwar besseren und zweckmäßigeren Gesetzen entgegen zu sehen habe. Gerade deshalb sei es Pflicht, sich jetzt über das Röthige zu verständigen, um der Regierung mit erfahrungsmäßigen Vorschlägen dienen zu können. Was Herr Frankfort unter höherem Gesetzstudium verstehe, wolle er jetzt nicht untersuchen, glaube aber, daß man in den Schulen genug geleistet, wenn man die Kinder dahin bringt, daß sic im Stande sind, wenn sie wollen, sich dem höheren Studium zu widme». Uebrigens glaube er, sei man wohl im Staude, den in allen Schulen zu rrtheilendcn Unterricht auf eine solche Weise zu erthetlen, daß er besser, und von wohlihätigercn Folgen für das Judenthum werde. Da aber dies zu den Mitteln zur Verbesserung gehöre, so halte er es für besser, damit zu warten, bis man zur