Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 2 (1855-1856)
- Issue
- Heft 5 (Februar 1856)
- Article
- Die Lehrerconferenz in Meppel
- Date
- 1856-02-01
- Page
- 289 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Die Lchrer-Cvnferenz tn Meppel. 289 30 Jahren nicht mehr antrifft. Die frühere Zeit habe aber auch Viele auszuweisen gehabt, die wenn sie bei dem Verlassen der Schule auch keine לומדים, so doch יודעי ספר waren und wußten wie und warum man Jude sei. Jetzt aber habe man den Kindern wohl Bibelübersetzen gelehrt und ihnen auch etwas Religionsunterricht (aus einem sogenannten Neligionöbnche) ertheilt, der aber oft so unfruchtbar ist, daß sie, wenn sie erwachsen sind, nicht wissen wie und warum sie Juden sein sollen. Dr, v. Es kann nicht darin übereinstiwmen, daß der Religionö- Unterricht in früherer Zeit besser gewesen sei als jetzt, denn gerade die religiöse Unkcnntntß, die man noch manchmal bei den Erwachsenen finde, sei ein Beweis mit, daß der Unterricht jetzt besser als früher sei. Er freue sich, jetzt Knaben von 11—12 Jahren anzutrcssen, die auf der israel. Schule zu Meppel den ganzen Pentateuch ebenso wie חדי עשר,רשי על התודה und נביאים ראשני',ירמי' ,איוב übersehen gelernt, und auch dasjenige zu übersetzen im Stande sind, was sie noch nicht gelernt haben; und wenn es auch wahr sei, was er auch nicht bestreite, daß die Kinder früher beim Verlassen der Schule reifer gewesen, eine bessere Kenntniß von den jüdischen Pflichten gehabt und besser gewußt hatten als Juden zu leben, so glaube er die Ursache mehr darin zu finden, daß man früher den Kindern länger Untericht ertheilen ließ, während sic jetzt schon zu 12 —13 Jahren denselben verlassen. Hierzu komme noch, daß die Kinder jetzt auch noch in vielen anderen Dingen unterrichtet werden, und daß früher die Eltern ihren Kindern im religiösen Leben mit einem besseren Beispiele voran gingen. Doch behaupte auch er, daß jetzt noch sehr Vieles zur Verbesserung übrig sei, und sei er gerne bereit mit seinen Kräften für die Besserung des Mangelhaften thätig zu sein. Auch glaube er, daß vor Allem der Zustand der Religions le hr e r gehoben werden müße, da die Vernachlässigung derselben einen so großen Einfluß aus den ganzen Unterricht habe. Frankfort: Nicht erst seit jetzt, sondern schon seit mehr als 25 Jahren sehe er mit Schmerz daö Abnehmen des Religionsunterrichtes. Nicht allein wissen die Kinder nichts von einem höheren Gesetzstudium, sondern sie kennen kein דין ודת. Ungern sei er hierher gekommen, weil er es überhaupt bezweifele, ob man hier wohl eine Bestimmung treffen und in Anwendung bringen könne. Es kämen so viele Dinge in Betracht, die Geschicklichkeit der Lehrer, die Fassungskraft der Kinder, die Lokalität der verschiedenen Gemeinden etc., und ohnedem sei es sehr schwer zu bestimmen was gelehrt, und wie cs gelehrt werden solle. Er finde die Ursache aller Uebel in der Unzweckmäßigkeit der organischen Gesetze über den jüdischen Neligions - Unterricht, und so lange die H. Regierung diese nicht