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Jeschurun · 1856-02-01 · Heft 5 (Februar 1856) · p. 277

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
2 (1855-1856)
Issue
Heft 5 (Februar 1856)
Article
Der Materialismus in der Naturwissenschaft
Date
1856-02-01
Page
277 (sequence 7)
Language
German
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I. Chemie und Leben. 277 ein Widerspruch, ein Unding. Man muß es aber haben, um damit zu erklären, zu beweisen, Wirkungen gewissen Ursachen znschretben zu können. Mit der Solidität und bcm Wesen der Ursachen selbst giebt sie sich nicht ab. Gut, nehmen wir denn die Atome für baare Münze. Was sagt nun Liebtg, der große Priester der organischen Chemied ״Die organischen Körper zeichnen sich dadurch vor den mineralogischen ans, daß sie Verbindungen hob er er Ordnung sind. Obwohl nur aus drei, vier oder höchstens fünf Elementen bestehend, sind ihre Atome doch weit zusammengesetzter. Ein Kochsalztheilchen besteht allemal nur aus zwei Atomen, ein Zucker-Atom dagegen enthält sechsunddreißig, ein kleinstes Oliven-Oel-Theilchen mehrere Hunderte einfacher Atome." Ferner: ״Wir können chemisch unorganische Körper, wir können Krystalle machen; aber ein Zuckertheilck en können wir nicht aus seinen Elementen zusammensetzen, weil bei deeen Zusammentreten die Lebens kraft mitwirkte, die unserem Willen nicht zu Gebote steht. Wir können zwar organische Atome in chemische zersetzen,wir können aus schon organischenVerbindungen andere organische machen, z. B. Zucker aus Holz und Amylon, ans Zucker Oxalsäure, Aldehyd u. s. w., aber keine einzige dieser Verbindungen aus ihren Elementen Hervorbringen. Aus das ZusammentreLen der Elemente zu einer chemischen Verbindung hat die Lebenskraft nicht den geringsten Einfluß; kein Element für sich ist fähig, zur Ernährung, zur Entwickelung einer Pflanze oder des thierischen Organismus zu dienen. Alle Stoffe, welche Antheil an dem Lebensprozeß nehmen, sind niedere Gruppen von einfachen Atomen, die durch den Einfluß der Lebenskraft zu Atomen höherer Ordnungen zusammen treten. Die Formen und Eigenschaften der einfachsten Gruppen von Atomen bedingt die chemische Kraft unter der Herrschaft der Wärme; die Formen und Eigenschaften der höheren, der organisirten Atome die Lebenskraft." (״Chemische Briefe", S. 145'u. s. w.) lieber diese Stelle liest der Mann ״von Fach" gewiß gedankenlos hin: es ist ja eine bekannte Sache. In seiner höhern Weisheit bemerkt er höchstens, daß Liebig mit seiner Annahme einer desonderen ״Lebenskraft" noch zurück sei gegen die modernsten Raturwissenschafft welche darin etwas von Geist vermnthet und deßhalb sagt: Bekanntlich giebt es jetzt keine besondere Lebenskraft mehr; was er

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