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Jeschurun · 1856-02-01 · Heft 5 (Februar 1856) · p. 276

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
2 (1855-1856)
Issue
Heft 5 (Februar 1856)
Article
Der Materialismus in der Naturwissenschaft
Date
1856-02-01
Page
276 (sequence 6)
Language
German
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176 Der Materialismus in der Naturwissenschaft. träumen lassen. , In dieser Welt im Kleinen läßt sich chemisch und physiologisch noch lange und viel studtren, so daß man getrost Alles ungeschoren lassen könnte, waS den Männern ״von Fach" unerreichbar ist, so lange sie ihre Fach-Aufgaben nicht gelost haben. Am anmaßendsten ist die Chemie. Sie maßt sich alle Augenblicke Urtheile über das Leben an, obgleich ste davon auch nicht ein Atom in ihren Flaschen und Retorten sehen, wägen und zersetzen kann. Bekanntlich kann sich die Chemie nur durch die Annahme von Atomen Erklärungen für die chemischen Gesetze und Prozesse verschaffen, obgleich sie damit ganz gegen ihr erstes Grundgesetz, nur aus Erfahrungen, wirklich Gesehenem, Erprobtem, Schlüsse zu ziehen, verstoßt und in der Erkläritng des Wortes Atom selbst schon ein Widerspruch liegt. Atome sind so klein, daß sie sich der feinsten chemischen Analyse entziehen. Noch Niemand hat ein Atom gesehen, geschweige untersucht. Die Körper bestehen aus Atomen, sagt die Chemie, d. h. aus kleinsten Theilen, die sich nicht mehr theilen lassen. Ein Thetl aber, und sei er noch so klein, laßt sich aber immer noch nur halb denken, in Vierteln, Achteln u. s. w. Sagt man dagegen: es sind eben die Achtel, die kleinsten Theile gemeint, so kömmt man naturwissenschaftlich, logisch auf das mathemalische- Atom, den Punkt, die Gränze einer Linie., Linie aber ist die völlig körperlose, gedachte kürzeste Entfernung zwischen zwei Punkten, welche also selbst nichts Körperliches stnd. Ein mathematischer Punkt ist durchaus etwas Körperloses, Unmaterielles. Durch Annahme von Atomen würde also die Chemie zu dem Geständnisse genöthigt werden: die Materie bestehtans Atomen, welche nicht materiell stnd, da ste durchaus keinen Raum einnehmen. Ja, aber so ist es nicht gemeint, wir nehmen eben körperliche Atome an, Entgegnet man darauf, jedes kleinste Körpertheilchen lasse sich ja immer wieder getheilt denken, so machen sie jedem Streite dadurchein Ende, daß sie behaupten: Atome« seien kleinste Körpertheilchen, welche sich zwar noch als theilbar denken ließen, die aber die Natur nicht mehr theile. Woher wissen sic denn das? Niemand hat es gesehen, Niemand hat einen einzigen Naturwissenschaftlichen Beweis, daß die Natur an irgend einer Gränze, und sei es bet dem Billionstel eines unsichtbaren Stäubchens, aufhöre, noch weiter zu theilen und zu verbinden. Das chemische Atom also ist

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