Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 2 (1855-1856)
- Issue
- Heft 5 (Februar 1856)
- Article
- Schewat
- Date
- 1856-02-01
- Page
- 259 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Dis FrAMMrsdigt, im Winter. 25A aus dieser Mahnung! Aus dieser Frühlingsverkündung im Munde der in schneetchtes Leichentuch gehüllten Bäume des Winters! Da gehen die Menschen sorg erfüllt, schmerzgebeugt, kummerzernagt — sie hatten sich ihre Zukunkt so schön geträumt, sie sahen sich blühend, sie sahen sich reich, sie sahen sich frei und stark, stolz dse Fruchtkrone ihrer Mühen auf dem Haupte, weithin reichend die Macht ihres Einflußes und ihrer That, — und es ist die Gewalt gekommen und hat sie ihrer Früchte beraubt, und es sind die Stürme des Lebens und der Zetten gekommen und haben die Blüthen ihrer Freuden und Hoffnungen geknickt und haben den Schmuck ihres Lebens zernichtet und haben den wetthtnretchenden Einfluß ihrer Macht und ihrer Kraft gebrochen und haben sie arm gemacht und nackt und kahl und haben sie auf sich selbst und in sich selbst znrückgewiesen und haben ihnen nichts gelassen, als was der Mensch im Innern trägt, und was auf dem Acker des Herzens erblühet, und noch umrauscheu sie die Stürme des Lebens und der Zeit, noch stürzen die Hagelstürme und die Wetter aus sie nieder, noch peitscht sie der Orkan, noch schneidet sie beißender Frost — und weil ihnen die Stürme des Lebens allen äußeren Reichthum und Schmuck geraubt, weil sie die Krone ihres Stolzes gebrochen und sie arm und nackt und kahl dahingestellt, und ihnen, soweit ihr Blick in die Ferne reicht, noch immer keine Knospe keimt und keine Blüthe winkt und kein grünendes Auge eine kommende, neue Zukunft verkündet, haben sie es ganz vergessen in ihr Inneres zu schauen, dahin zu blicken, -von wo allein die Hülfe kommt und wo allein die Hoffnung und die Zukunft, die Kraft und das Leben erblühet — Gehet hinaus ״Arme, Zerknickte, Sturmbewegte!" am—חמשה עשו, am Geburtstag des Frühlings zur Winterzett, sehet die Bäume am Geburtstage ihres Frühlings! Waren sie nicht prangend im Fruchtschmuck, mit der Blätterkrone und den weitreichenden Aesten und Zweigen? Ihrer Früchte wurden sie beraubt, ihre Blätter entfärbten sich und sielen ab, und es kamen die Wetter und die Stürme des Herbstes und des Winters und entrissen ihnen das letzte falbe Blättchen und knickteu ihnen Zweig nach Zweig und brachen ihnen Ast nach Ast, und rissen ihre Hülle auf und sendeten die Pfeile ihres Frostes bis' ins Mark ihres Herzens und stürzten die Gewalt ihrer Güsse über sie nieder und hüllten sie in das Leintuch des Eises und des Schnees