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Jeschurun · 1856-02-01 · Heft 5 (Februar 1856) · p. 256

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
2 (1855-1856)
Issue
Heft 5 (Februar 1856)
Article
Schewat
Date
1856-02-01
Page
256 (sequence 4)
Language
German
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L56 Echkwät. Israel, ln den Kreis des Hciligthums gerufen, alle Gedanken des Todes und der hiniedigen Sterblichkeit abschütteln und sich zur Hohe der pricstcrlichen Gedankenfülle der Blüthc und des Lebens anfschwingen. Ja, die Geistigcrn im Volke hielten ihr ganzcs Leben in dem Kreis der Reinheit und des Lebens, אכלו חוליהן בטהרה, und indem sic ihr ganzes Leben zur Hohe der pricstcrlichen Reinheit erhoben, indem sie von allen ihren Thätigkeitcn und deren Kreisen jede Berührung mit Todtem und Erstorbenem fernhielten, indem sie ihrem Tische, ihrem Hanse, ihrem Gewerbe und allen Werkzeugen llnd Mitteln des ganz alltäglichen Lebens den Stempel der Reinheit und des Lebens anfprägten, umgaben ste sich mit lauter Zeichen der Blnthe und des Lebens, machten sie jedes Gcräth, jeden Gegenstand ihrer ganzen Umgebung, das alltäglichste Geschäft, die gewöhnlichstc Thätigkcit zu einer Predigt der Reinheit und gottinnigcn Freiheit, verlebten sie ihr ganzcö Leben auf der Moriahhöhe des jüdischen Hciligthums, — und eben der Kreis dieser Geistigen im Volke war cs, ans welchem alle jene lichten, lebensvollen und geistigstarkcn Männer hcrvorgegangcn, deren Gedanken und Empfindungen, deren Wort und That noch das Mark und das Brod unseres geistigen Lebens bilden. Scheint doch schon Saul seinen Tisch בטהרה gehalten zu haben (כי אמר מקרה הוא בלחי טהור הוא Samuel I. 20, 26)! und lebte doch ein David selbst aufseinen Feldzügen mit seinen Saiten בטהרה הקדש in pricstcrlicher Reinheit (ויהיו כלי הנגרים קדש והוא דרך חול ואף כי חיום יקדש בבלי Samuel I. 21, 6)!! Wer will ermessen, zu welcher Klarheit des Geistes, zu welcher Reinheit und Zartheit und Stärke der Empfindungen und Gefühle, zu wclcher, zu jeder Gottcsthat immer freudig bereiten Willenskraft das ganze Menschenwescn in einem Lebensregime erwächst, aus welchem alles Niederdrückende, Geist und Gemüth Hcrabzichende gebannt bleibt, und dessen ganze Atmosphäre nur Anregungen der Reinheit und der Kraft, der Blüthe und des Lebens entgegen trägt? Bis in die Sprache und Rede hinab drang dieser Geist der ״Reinheit", und לשון נקיה, eine reine Ausdrucks- und Redeweise, die jedes Schmutzige und Unlautere vermied, und auch Gedanken des Todes und Verderbens nur umschreibend andcutete, bezeichuete die dem Geist und dem Leben zugewandten jüdischen Geister. Anfänge dieser der ״Reinheit und dem Leben** zugewandten

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