Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 2 (1855-1856)
- Issue
- Heft 4 (Januar 1856)
- Article
- Ein Wort an Herrn Kirchheim
- Date
- 1856-01-01
- Page
- 233 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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Ein Wort an Herrn Kirchheim 233 Beweis aus dem Thalmud hinsichtlich der Mischnah in Sota, so dürste Titus auch dort noch lange ״ruhig" verharren, ehe er sich seine Wandlung in ״Quietus" gefallen lassen müßte. In unserer Mtschnah Sotah, die uns hier allein kümmert, wird Nämlich, mit Erlaub »iß der beiden gestrengen Herren, der alte Titus ruhig seinen Platz behaupten. Denn der angebliche Beweis ist wiederum so eine in Nichts zerplatzende Seifenblase unbegreiflicher Flüchtigkeit, mit der man noch nicht einmal eine Fliege, geschweige denn den alten grimmigen Titus ans seiner Stelle sagen kann. ״Beide ״Talmude" so lautet der Beweis des Herrn Grätz, ״erklären näm- ״lich das Verbot der Brautkränze nach diesem Polemos mit עיר של הב";. Unmittelbar daraus erzählt Jeruschalmi die Anecdote: R. ״Akiba habe seine Frau eine עיר של!הם tragen lassen. Rührte ״nun dieses Verbot von Titus, von der Tempelzerstvrnng her, dann ״bliebe es unbegreiflich, wie R. Akiba es habe übertreten lassen!" Aber, Du Lieber! Wir wissen, daß selbst lange nach dem angeblichen Polemos des Quietus, lange nach den hadrianischen Zeiten, das :עיר של?ר noch ganz ruhig von den jüdischen Frauen als Schmuck getragen wurde, wie uns die Mischnah Sabbath 57a erzählt, und da müßten wir ja denn auch den Quietus to seiner Ruhe stören wenn.— nicht das Ganze ein einfacher Jrrthnm wäre und wir es daher lieber bei dem alten Titus belassen. Das Verbot untersagte nämlich diesen Schmuck nur den Bräuten, sowie das vorhergehende Verbot den Bräutigamen — ,עטרות החגים ,עטרות בלה — um an den Freudentagen des Familienlebens der Nationaltrauer einen Ausdruck zu geben; sonst aber durfte R. Akiba's Frau wie alle andern Frauen diesen Schmuck nach wie vor unbehindert tragen, wie dies auch schon längst von Rabenu Tam Sabbath 59a bemerkt ist. Wir übergehen die geistreichen Witze des Herrn K. hinsichtlich der ״Zimmerleute und Schlosser" und kommen zu der Wendüng, mit welcher er alles Das von Herrn G. abzuweisen vermeint) was wir hinsichtlich der angeblich von R. I. b. S. dem von ihm in Jabnch constttuirten Synhedrton erthetlten Wirksamkeit, entgegen gehalten haben. Er hebt nur das hervor, was wir in Betress des Kalenderwesens, gesagt haben, bestreitet unsere Darlegungen nicht, sagt! aber:, ״Grätzhat nicht gesagt, daß die Bestimmung! des-Neu- 15