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Jeschurun · 1856-01-01 · Heft 4 (Januar 1856) · p. 232

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
2 (1855-1856)
Issue
Heft 4 (Januar 1856)
Article
Ein Wort an Herrn Kirchheim
Date
1856-01-01
Page
232 (sequence 12)
Language
German
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232 E!n Wort an Herrn KirHheim. alle Beweise dafür fehlen, ein Ruach Hakodesch es offenbart haben, daß mit dem Verlassen des Tempels auch andere Prärogative verlorcn gingen. Da jedoch alle Beweise hierfür fehlen, wir auch bei Herrn K. und seinem Clienten keinen Ruach Hakodesch voraussetzen, so waren wir so kühn, die von keinen Beweisen unterstützte, von allen Beweisen widerlegte, von keinem Ruach Hakodesch geosfenbarte Behauptung — eine Erdichtung zu nennen. Endlich, wie? Mit dem Verlassen des Tempels soll das Synhedrion alle Befugniß eingebüßt haben, ״das Synhedrion und seine Funktionen sollen außerhalb der Tempelhalle gar nicht denkbar gewesen sein" Und doch hat das Synhedrion freiwillig 40 Jahre vor der Zerstörung des Tempels die Tempelhalle verlassen, und somit freiwillig die ganze Eristeuz und Leitung des Judenthums geopfert? Dagegen hat sich doch selbst unser Bischen ״Einsicht und Vernunft," das sich freilich nicht mit denen eines historischen Kritikers messen kann, gesträubt. Glücklicherweise sind uns nun auch Ende Sota ״wirkliche Gesetzanordnungen" aus den letzten Zetten vor der Zerstörung aufbewahrt. Freilich dekretirt Herr K.: das dort erwähnte Verbot, den Bräutigam mit Kränzen zu schmücken, datirt vom En de des vespasianischen Krieges, und statt טיטום mich es קיטום heißen, wie schon Gr ätz bewiesen hat. Allein wir erlauben uns ganz leise und schüchtern die Frage: welcher Ruach Hakodesch hat es dem Herrn Kirchheim offenbart, daß ״ כפולמוס של אספסיימםwährend des vespasianischen Krieges" vom Ende desselben zu verstehen sei? Und was die Wandlung des טיטום in קיטום betrifft, die Herr Or. Grätz bewiesen haben soll, so haben wir in den, bisherigen Artikeln bereits gesehen, es ist das mit dem Grätz'schen Beweisen ein eigen Ding. Bewiesen glaubt er diese Conjectur zunächst hinsichtlich einer chronologischen Notiz des Seher Olam aus griechischen und römischen Historikern zu haben, meint aber, auch dieselbe Umsetzung von טיטום in קיטום müsse jn der letzten Mischnah Svtah vorgenonimen werden; denn dort ließe es sich aus dem Thalmud zur Mischnah. beweisen, daß die Lesart פולמום של טיטום falsch sei. Seine Beweise aus den griechischen und römischen Historikern hinsichtlich des Sie der Olam lassen wir ür jetzt auf sich beruhen. Sind sie aber nicht stichhaltiger als der

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