Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 2 (1855-1856)
- Issue
- Heft 4 (Januar 1856)
- Article
- Ein Wort an Herrn Kirchheim
- Date
- 1856-01-01
- Page
- 225 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Ein Wort an Herrn Kirchheim. 225 der Tempelhalle jede andere Oertlichkeit innerhalb und außerhalb Jerusalems in dieser Beziehung ganz gleich geeignet war, N. I. b. S. daher nur einfach aus ganz gesetzliche Weise fortsctzte, was bereits 40 Jahre lang in Jerusalem außerhalb des Tempels bestanden hatte, das Synhedrion daher nicht vom Tempel nach Jabneh, sondern einfach von Jerusalem nach Jabneh wanderte und diesem jamncstschen Synhedrion daher ausdrücklich die Prärogative der Tempelhalle abgesprochen wurde. Wir haben im Vorübergehn darauf hingcwiesen, wie ja über- Haupt den Zeitgenossen der Zerstörung des zweiten Tempels schon die Erfahrung aus den Zeiten der Zerstörung des ersten Tempels sagen mußte, daß die Existenz und Fortdauer des Judenthnms keineswegs an die Existenz des Tempels gebunden sei, auch während des babytonischen Exils das Judenthum fvxtbestanden und die von dem Vers, als höchste synhedrale Funktion bezeichncte Anordnung des Neumonds ausdrücklich nach thalmudischen Duellen während des babylonischen Exils sogar außer Palästina vorgcnommen worden war. Wir haben endlich bewiesen, daß auch Alles, was der Verf. über die nun ferneren Vorzüge des jamnesischen Synhedrions und über die angebliche Anordnung und Neuerung des R. I. B. S. vorbringt, durchweg falsch sei und in Widerspruch mit den Ergebnissen der thalmudischen Quellen stehe, und auf Grund aller dieser Beweise aus den Quellen erklärten wir diese ganze vom Verf. gegebene Darstellung des R. I. B. S. und des Synhedriums zu Jabneh für durch und durch irrig und jedes Fünkchens von Wahrheit baar. Was entgegnet nun Herr Raphael Kirchheim auf alles dies? Womit erweist er unsere Kritik als ״in die Luft verpuffende Brandrakete"? Widerlegt er unsere Beweise? Bringt er Beweise für die Richtigkeit der Gräh'schcn Behauptung? Keineswegs! Er giebt zu, daß nach den thalmudischen Quellen allerdings das Recht auf unserer Seite sei; allein nach dem Herrn Raphael Kirchheim ist es lächerlich und zeigt von gänzlicher Uuerfahrenheit in der historischen Kritik, wenn man einem historisch-kritischen Historiker gegenüber nach Beweisen in den Quellen ״blättere." Nach Herrn Raphael Kirchheim bringt ein historisch-kritischer Historiker sein historisches Schema nach eigener Einsicht und Vernunft schon fix und fertig zu de» Quelle» mit , und danach sichtet und ordnet er das Material. Was damit congruirt, besteht, was da nicht hineinpaßt, wird verworfen. Zur