Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 2 (1855-1856)
- Issue
- Heft 4 (Januar 1856)
- Article
- Geschichte der Juden [Rezension]
- Date
- 1856-01-01
- Page
- 212 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 89% known words query
- IRI
…/2932754-2932821-2932826-2939344--01204-2939408- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
212 Geschichte bet Juden von Dr. H. Grah. Vierter Artikel. סמיכה בשלמי תכה überhaupt. Ferner nicht durch ק״ו, sondern durch בגין אב von 'שלמי נדבה oder von שלמי נדבה und עולה חובה zusammen. Und wenn ב״ש diesen בנין אב nicht bildet, so ist dies nicht, weil ב״ש diese Ablettungsregel überhaupt nicht anerkennt, sondern weil thin der Einwurs שכן מעויין entgegensteht. (והא דלא ילפי מביניא א״ל רס״ל דבר הלמד בהיקש אינו חוזר ומלמד בב״א כדמקשי בחוספו' שם) Endlich leitet dort ausdrücklich die Schule Schamai's סמיכה פעולת חובה durch היקש von עולת נדבה ab, ja wie wir schon oben bemerkt, nach ר'׳ יוסי בר יהודה betrifft die Differenz gar nicht die M'vo-Pflicht an sich, und die schamai'sche wie die hillcl'sche Schule leitet dieselbe durch בנין אב מב׳כתוביס ab, und würde danach selbst den Grundsatz anerkennen, daß דבר הלמד בהיקש חוזר ומלמד בב״א! Auch in allen diesen 4 vom Vers, citirten Fällen beruft sich nirgends die Schamaiffche Schule auf eine autorisirte Tradition, weist nirgends die Ableitungsregeln als solche zurück, wendet sie vielmehr ganz mit demselben Ernst wie die Schule Hillel's an — und kann man leider nur darüber — lachen oder weinen, wie hier der Wahrheit, der Wissenschaft, den Urkunden, der Geschichte unserer Lehre und unseres Volkes mttgespielt wird. — Wir sind mit dem Gegenstand dieses Artikels zu Ende. Wir überlassen es unseren Lesern in der Frankel'schen Zeitschrift nachzulesen, wie der Vcrf. es nun verstanden, dieser sich als eine reine Fiktion erwiesenen Hillel'schen und Schamat'schen Differenz nun auch den historischen Hintergrund in den politisch dynastischen Parthei- 'kämpfen der judäischen Staatengeschichte gebührend nachzuwcisen. Wir erwähnen nur noch, daß er in dem Resums seiner Untersuchung bemerkt, daß wenn auch seine Untersuchung dargcthau, daß die Deutungsregeln zuerst von Hillel als ein ganz neues Prinzip in die Entwickelung des jüdische» Lehrbegriffs etngcführt worden, ״man damit noch nicht ״zu behaupten berechtigt sei: Hillel habe diese Regeln erfunden. Es sei ״wohl möglich, daß er sie aus dem Munde seiner Lehrer als e s o t e rt s ch e ״Ueberliefcrung vernommen hatte, und sein Antheil daran nur der gewe- ״sen sein möge, daß er sie cxoterisch aller Welt mitgethcilt habe, ״es sei auch ferner möglich, daß er sie aus Babylonien seinem Va- ״terlande mitgebracht habe, wo bei den altadeligen Familien uralte ״Traditionen heimisch gewesen sein müßten." — Wir würden den schwachen Faden, durch welchen der Verf. den