Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 2 (1855-1856)
- Issue
- Heft 4 (Januar 1856)
- Article
- Geschichte der Juden [Rezension]
- Date
- 1856-01-01
- Page
- 210 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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210 Geschichte der Juden von Di׳. H. Gräh. Vierter Artikel. Doch wir haben noch dasjenige zu prüfen, was der Verf. in der Frankel'schen Zeitschrift für Geschichte und Wissenschaft des Indenthums 1852, S. 160 zur Begründung seiner Behauptung nie< dergelegt hat. ״Die dritte Gruppe endlich", heißt es dort, ״enthalt HalachaS, welche die Hillel'sche Schule aus dem Schriftwori, entweder vermittelst einer der sieben Regeln, oder auf eine andere Weise abgeleitet hat, mit einem Worte durch Deutungen (1רש). Die Schamai'sche Schule verwirft in der Regel diese Deutung, ja sogar die Schlußfolgerung (ב)/ש לא דרש)• Sie beruft sich immcr nur auf eine autorisirtc Ueberlieserung, wo ihr diese fehlt, seht sie keinen .. Schritt weiter: die Hillel'sche Schule hingegen hat aber für die Tradition einen Stützpunkt in der Schrift, und vermittelst desselben eine zureichende Anwendbarkeit auf neue, in der Tradition nicht erledigte Fülle. Zu dieser Gruppe gehören die Differenzen über טל י נשים ב״ש לא דרש לצרור (Zebamot 4), ב״ה דרש דבר ,לא יגרש אלא א״כ מצא בה רבר ערוה (®Mn Ende) — רלא ילפי ממעשר ,כרס רבעי אין לו חומש ואין לו ביעור (Peah vii, 6), — ebenso סמיכת עולה בי״ט, fca« בל׳ה durch ק׳ן hcrleitct." Daß dies Alles nicht so ist, daß die schamai'sche Schule die hillelsche Deutung in der Regel nicht verwirft, daß sie eben so wie die hillelsche Schule für die Tradition einen Stützpunkt in der Schrift hat und nachweist, daß sie sich nicht mehr und nicht minder als die Hillel'sche auf autorisirte Ueberlieserung beruft, nicht mehr und nicht minder als die Hillel'sche die Gesetzableitungsweisen anerkennt und anwendet, kurz, daß beide Schulen in dieser Beziehung auf völlig gleichem Boden des Prinzips stehen und Alles vom Verf. hier Gesagte ein unbegreiflicher Traum ist, dem auch der leiseste Schatten der Wirklichkeit abgeht, — das glauben wir am Obigen bereits zur Genüge dargethan zu haben, und haben wir nur noch die vier Stellen zu würdigen, die der Verf. als belegende Beispiele für seine Behauptung aufgcführt. Die Acrmlichkeit und Nichtigkeit dieser Belege besiegeln das Testimonium Paupertatis dieser ganzen Abhandlung. Sie sind das traurigste Zeichen einer unbegreiflichen Flüchtigkeit oder einer ebenso unbegreiflichen Unkenntniß. 1. Nirgends beruft sich ב׳ש in der Frage der ט'! נשים, der bedeutendsten, tiefst eingreifenden Differenz der beiden Schulen, wie der Verf. vorgicbt, auf eine autorisirte Ueberlieserung (vielmehr weist R. Doßa b. Harchinos auf eine solche für ב׳ה hin, und äußert: wie sein Brtider, der schamaitische Zünger, ג׳מאוח תשובות