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Jeschurun · 1856-01-01 · Heft 4 (Januar 1856) · p. 205

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
2 (1855-1856)
Issue
Heft 4 (Januar 1856)
Article
Geschichte der Juden [Rezension]
Date
1856-01-01
Page
205 (sequence 8)
Language
German
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s. Der Widerspruch Schamai's und seiner Schule. 205 vorzugsweise als starre, trockene Gedächtnißmenschen bewährt haben, die der Denk- und Urtheilskrast wenig Raum und Pflege eiugeräumt. Schade, daß die Karakteristik, die uns der Thalmud von diesen beiden Schulen gicbt, gerade das Gegentheil enthält. Jebamoth 14a wird uns gesagt, man sei Anfangs nur deßhalb schwankend gewesen, ob dieHalacha wie Hillels, oder wie Schamai's Schule festzustellen sei, obgleich für die Hillelische Schule, als die Mehrzahl, die Regel der Majorität sprach, weil von andrer Sette die Schule Schamai's die scharfsinnigeren, geistvolleren, die ״schärfer Denkenden und Schließenden" waren. כי אז^ינן בחר ח3א היכא דכי הדדי ניגהו הבאי בית שמאי מחדרי טפי. Dieser eine Satz hätte schon den Verf. stutzig machen und an der Richtigkeit feiner ganzen Auffassung zweifeln lassen müssen, wenn — sich nicht die kritisch-pragmatische Manier dieses Historikers, wie wir dies noch häufig zu erfahren Gelegenheit haben werden, über- Haupt darin gefiele, zur Karakteristik der von ihm geschilderten Persvnlichkeiten und Zustände irgend eine abgerissene Aeußerung- oder auch die nicht einmal, aufzugreifcn und frischweg aus Oberons Füll- Horn das Bild einer kritischen Sommernachttraumsphantasie, unbekümmert um alle widersprechende Data zu entwerfen, und am allerwenigsten darauf zu geben, was die den Personen und Zuständen ja nahestehenden, und ohnehin ja die einzigen Dokumente für diese Geschichte bietenden thalmudischen Quellen selbst von den Gegenständen seiner Phantasiegemälde berichten. Wir wollen uns jedoch keineswegs damit begnügen, die vom Verf. gegebene pragmatische Entstehungsgeschichte der beiden Schulen nnd deren Karakteristik durch diese beiden Stellen aus der talmudischeu Quelle als durchaus falsch im Allgemeinen erwiesen zu haben. Die Meinungsgegensätze dieser beiden Schulen liegen ja offen in den protokollarischen Verhandlungen des Talmuds klar. Wir können diese Sätze selbst fragen, ob es wahr sei . daß die Schule Schamai's die Hillelischen Interpretationsregeln nicht anerkannt, ja, daß dieser Widerspruch das eigentliche Anterscheidungskr iterium dieser beiden Schulen gebildet. Wir haben im Ibalwuä babll ungefähr zweihundert und einige achtzig רב׳ש וב׳ה NINÄ^S, meinungsverschiedene Sätze der

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