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Jeschurun · 1856-01-01 · Heft 4 (Januar 1856) · p. 203

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
2 (1855-1856)
Issue
Heft 4 (Januar 1856)
Article
Geschichte der Juden [Rezension]
Date
1856-01-01
Page
203 (sequence 6)
Language
German
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2. Der Widerspruch Schamai's und seiner Schule. 203 Hillels und Schamai's hervorgctretene Meinungsdifferenz gewesen, und endlich eine Differenz hinsichtlich der Tumahempfanglichkeit der für die Kelter gewinzcrten Traube» md ותכוצר, bte aber ebenfalls nicht zu zählen wäre, weil über diesen Punkt Hillel spater von seiner Ansicht zurückgetrcten. Ausdrücklich und entschieden wird dort auf Grund dieser Ueberlieferung eine jede Annahme einer noch etwaigen weiteren Differenz Hillels und Schamai's als unmöglich und unwahr zurückgcwiesen, und somit gehört auch der vom Vers, erfundene Gegensatz Hillcls und Schamai's einfach in das Reich der Erfind»»- gen und Träume. Hillel und Schamat waren collegtalische Oberhäupter eines und desselben höchsten Gesetz- und Lehrcollegtums. Hillel war Näßt, Schamat Ab Beth Din. Beide hatten von denselben Lehrmeistern die Lehre empfangen, beide sie einheitlich weiter tradirt. (Aboth I 12, II 9.) Sehen wir die geringe Zahl und die untergeordnete gesetzliche Bedentung der Gegenstände, hinsichtlich deren unter ihnen eine Meinungsverschiedenheit stattgefunden, so dürfte sich wohl manche heutige Lehranstalt gratultren, wenn unter ihren ersten und zweiten Lehr- Oberhäuptern eine so einträchtige Uebercinstimmung herrschte. Betrachten wir noch überdies den Karakter der drei Fragen, hinsichtlich deren eine Meinungsverschiedenheit zwischen ihnen stattgefunden, so liegen deren zwei, die 2. und 3. nämlich, ganz weit ab von jeder Auffassung und Deutung der Schrift, sie haben nur rabbintsche Bestimmungen zum Gegenstand und berühren das schriftliche Gesetzeswort in keiner Weise. Die 1. Frage hinsichtlich des Challahpflichtige» Maaßes hat zwar die Ausführung eines biblischen Gesetzcö zum Gegenstände und wird (siehe Tosafoth Sabbath lön und R. A. b. D. Edtoth I 2) allenfalls auf eine verschiedene Auffassung des im Worte עריסוותיכם liegenden Plurals zurückgeführt; allein auch diese Differenz hat mit den in Frage stehenden Jnterpretationsregeln nicht die geringste Berührung. Was somit den vom Vers, behaupteten Widerspruch Schamai's gegen die Hillel'schen Jnterpretationsregeln betrifft, so hat sich diese Behauptung uns als eine Erfindung ergeben, die allen und jeden Grundes und Bodens entbehrt. Sehen wir nunniehr den Gegensatz der Hillelischen und Scha-

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