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Jeschurun · 1855-12-01 · Heft 3 (Dezember 1855) · p. 172

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
2 (1855-1856)
Issue
Heft 3 (Dezember 1855)
Article
Geschichte der Juden [Rezension]
Date
1855-12-01
Page
172 (sequence 17)
Language
German
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172 Geschichte der Juden von vr. H. GrLtz. Vierter Artikel. R. Eliasar b. Asarjah's die denkwürdigsten. Auf Beide wird mit demselben Ausdruck hingcwiesen. In beiden gilt die ״Umstandlichkeit und Feierlichkeit" nicht der vorgetrageuen Lehre, sondern dem geschichtlichen Momente, in welchem sie vorgetragen wurde. (Vgl. auch den Wechsel der Ausdrücke לומר לפניך ,הרצה לפני ,דרש, Chagtgah 14b.) Mag sich jedoch auch das hier über den Ausdruck — דרש לפני Bemerkte, bei näherer Durchforschung des Thalmnds, nicht in seiner Schärfe bewähren. Es bedarf dessen nicht um die hohe Wahrscheinlichkeit darznthnn, daß jener Hillel'sche Vortrag vor den bethyrenischen Acltestcn mit jenem Vortrag am Peßachsabbath identisch sei. Wäre es aber auch dies nicht einmal, das steht jedenfalls fest, daß uns hier nicht gesagt ist, was Hillel überhaupt in Betreff der Jnterpretationsregeln gelehrt, sondern was er einmal bei einer Gelegenheit darüber vorgetragen habe. Es liegt somit in dieser Tosifta weder ein Dokument über die damalige Neuheit dieser Regeln, noch über den Umfang der von Hillel gekannten und anerkannten Regeln vor. Was nun den Beweis aus dem ״t cferen" genetischen Zusammenhang dieser 7 Regeln mit den später« 13 des R. Zsmaels betrifft, aus welchem sich die Neuheit der Regeln überhaupt ergeben soll, so darf man nur wirklich ein wenig mehr als auf der Oberfläche hin das Berhältniß näher erwägen, um auch die völlige Nichtigkeit dieser Behauptung einzuschen. Der Verf. lehrt: Hillel hat nur 7 Regeln gelehrt. Der spätere N. Jsmael 13. Diese 13 verhalten sich zu jenen 7 ״ausführend, entwickelnd, erweiternd, auch wohl berichtigend"; also sind jene 7 die Wurzel, aus welcher erst später dieser!Lästige Baum der Jnterpretationsregeln erwuchs. Daß aber Hillel nur diese 7 Regeln gelehrt, liegt nirgends vor. Wir haben schon bemerkt, daß uns die Tosifta nur berichte, welche Regeln' Hillel damals, vor den bethyrenischen Aeltcsten vorgetragen. Welche und wie viel er sonst gelehrt, darüber wird nichts berichtet. Aber auch ohnehin weiß Jeder, der sich auch nur einigermaßen im Thalmud umgesehen, daß auch da, wo in der Mischnah etwas ausdrücklich von einer bestimmt bcgränzten Zahl von Objecten prädicirt wird, damit keineswegs immer gesagt ist, daß das hier von diesen gezählten Gegenständen Ausgesagte auch in Wirklichkeit nur auf diese Zahl beschränkt sei, vielmehr beschränkt sich sehr häufig die Mischnah nur formell

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