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Jeschurun · 1855-12-01 · Heft 3 (Dezember 1855) · p. 168

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
2 (1855-1856)
Issue
Heft 3 (Dezember 1855)
Article
Geschichte der Juden [Rezension]
Date
1855-12-01
Page
168 (sequence 13)
Language
German
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IRI
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168 Geschichte der Juden von Dr, H. Grätz. Vierter Artikel. Stütze verliehen wäre. Es können die Jnterpretationsregeln Jahrtausende lang mit vollgiltigster Anerkennung in allseitig praktischster Anwendüng gestanden haben und doch erst in der allerspätesten Zeit, in einer, für didaktische Zwecke, besonders geordneten Zusammenstellung ihre besondere Behandlung gefunden haben. In der ganzen Geschichte der didaktischen Behandlung unserer Lehre gehet der Stoff, die praktische Wirklichkeit, das lebendige Leben, der Abstraktion, dem System, der für leichtere Auffassung bequemeren Zusammenordnung voran. Das Gesetz war in seiner lebensvollen Mannigfaltigkeit Jahrtausende lang gelehrt, gelernt und geübt, ehe der Stoff in den 6 Mischnahordnungen die Zusammenstellung des formal Zusammengehörigen, und noch viel später die noch ״systematischere" Zusammenordnung in der ״starken" maimonidischen ״Hand" gefunden. Oder um an ein m׳t unserm Gegenstände verwandteres Beispiel zu erinnern. Die Regeln uv, ספק ,רוב ,חזקה, waren in jahrtau sendlanger Geltung und Uebung, ehe sie in der allerspätesten Zeit eine abgesonderte Zusammenstellung und Behandlung fanden, und die מדות שהתורה נדרשת בד,ן aus Hillel zurückführen, heißt gerade soviel, als etwa den ש״ך für den Urheber der Regeln ספק und מנו zu erklären. Nachdem wir daher bereits .gesehen wie die Jnterpretationsregetn bei Hillels erstem Auftreten nicht nur nicht etwas Neues und bis dahin Unbekanntes gewesen, sondern im Munde der bethyrenischen Häupter ganz die Würdigung und Behandlung fanden, die ihnen nur irgend wie in der spätere» Zeit gezollt wurde, dürfte es imuierhin sein, daß Hillel sie zuerst in besondere □כללי zusammengefaßt und in solcher Ordnung gelehrt. Prüfen wir gleichwohl, wie viel Begründung selbst diese untergeordnete Behauptung habe. Eine Nachricht in der Tosifta, welcher der Verfasser die Ehre erweist ״ihrer ganzen Haltung nach für echt und glaubwürdig an- -zusehm" erzählt: ״״Hillel hat sieben Deutungsregeln vor den Alten Bethyra'S vorgetragen: 1״) die Schlußfolgerung, 2) die Wortanalogie, 3) die Voraussetzung (wohl besser ״der Lehrsatz) aus einem Verse, 4) die Voraussetzung aus zwei; Versen, 5) die ״Verallgemeinerung und Besonderung, 6) die Sachanalogie und endlich 7) die Fol- ״gerung aus dem Conterte. Dieses sind die 7 Regeln, die Hillel vorgettagen: קל וחומר (2 וגזרה שוה I הלל הזקן דרש שבע מדיח 'לפני זקני ׳בחירה (3 בניןאב מכחובאחר (4 ב״א משני. כתובים(5 כלל ופרט (6 כיוצא בי ממקום אחר(היקש מה מצינו)(י דבר הלמד מענינו אלו שבע מידות דרש הלל לפגי וקני בחירה (Tosifta Sanhcdrtn VH.)

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