Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 2 (1855-1856)
- Issue
- Heft 3 (Dezember 1855)
- Article
- Geschichte der Juden [Rezension]
- Date
- 1855-12-01
- Page
- 167 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2932754-2932821-2932825-2939258--01141-2939317- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
187 1. Hillel und fein« sieben Znterprctativnsregein redlichen und kundigen Einblick in die Quellen, ja in die Beweisstelle des Verf. selbst, in ihrer totalen Nichtigkeit widerlegt ist. nü'vp אוי לזה שסגיגוריו נעשה! Wir gestehen es, es fehlt uns der Ausdruck für eine solche Be- Handlungsweise historischer Quellen, und gälte es auch nur der verschvüenen Hofgeschichte eines unbekannten Khans der Mandschurei, und gälte es auch nicht den religiösen Urkunden der historischen Vergangenheit, der historischen Wahrheit religiöser Ueberzeugungen eines ganzen , mit seinen religiösen UeberzeUgNngen im Leben und Sterben in diesen Urkunden wurzelnden Volkes, gälte es auch Nicht dem historischen Unterbau der geheiligten Grundsätze unseres eigenen Lebens und Strebe» s! Nebenbei erfahren wir nun wohl auch, was den Verf. bewogen haben mochte, den mit so erhabener Selbstverläugnung der Meisterschaft eines babylonischen Fremdlings huldigenden sreiwilligen Rücktritt der bethyrenischen Synhedriülhäupter in eine entehrende Amtsentsetzung umzuwandeln. Freilich mochte die Thatfache dieser freiwilligen Huldigung Hillel's der zu behauptenden Ansicht des Verf. nicht wenig unbequem sein. Wie? Die Synhedrialhäupter weisen — nach dem Verf. — die bis dahin unerhörte, eine ganze Revolution der Lehre in ihrem Schooße tragende Methode des Fremdlings mit Ho hn zurück, — und sollen dennoch sich freiwillig ihrer Würde begeben, um damit den gehöhnten, ihnen prinzipiell so tief widerstehenden, so gefährliche Neuerung bringenden Fremdling zu bekleiden? Nein, da weiß sich diese Pragmatisch kritische Methode der Geschichtsforschung zu helfen. Sie ignorirt die unleugbarste Thatsche und schiebt das ihr Beliebige an die Stelle. Doch wir müssen den Verf. weiter begleiten. ״Auch aus andern Biomenten, fährt der Verf. fort, geht hervor,.daß Hillel, wenn nicht der Schöpfer, doch jedenfalls der erste Lehrer der Deutungsformeln gewesen ist." Sollte dies nur so viel heißen, daß Hillel zuerst die technischen Ausdrücke dieser Deutungsformeln fixirt und sie in einer besonder» Fassung und Zusammenstellung geordnet vorgetragen habe, so könnten wir dies dem Vers, gerne zugeben, ohne daß dadurch seiner Be- Häuptling der Jugend der Jnterpretationsregeln auch nur die'geringste