Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 2 (1855-1856)
- Issue
- Heft 3 (Dezember 1855)
- Article
- Geschichte der Juden [Rezension]
- Date
- 1855-12-01
- Page
- 161 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/2932754-2932821-2932825-2939258--01135-2939311- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
1. Htllcl und seine sieben Jnterpretattvnirtgkln. 181 wie ״der Gegensatz der hillelischen und schamaitischen Schulen sich auf ״manche" streitige Halachas und ״ganz besonders" auf die Deutnngsregeln erstreckte (S. 31); wie es nach der hillelischeu Schule zwei Quellen für die außerschristliche Lehre gab, die eine, die wörtliche Ueberlieferung von Mund zu Mund, von Geschlecht zu Geschlecht fortgebildet, welche durch die Glaubwürdigkeit und Treue der Ueberlieferer verbürgt war, die andere gegebene Regeln, vermittelst derer man neue Bestimmungen in den Andeutungen des Schrifttextes finden konnte; und wie hingegen die schamaitische Schule nur die erste Art für acht und unzweifelbar erkannte. (S. 49.) Ihm ist der ganze ״Midrasch" Produkt der hillelischen Schule (S. 488), dem gegenüber die Starrheit des schamaitischen Lehrsystems auch nicht ein Haarbreit weiter ging, als der vorhandene Traditionsstoff bestimmte und dem selbstständigen Forschen kein Jota einräumte (S. 493). Nun denn I In! Namen der Wissenschaft, im Namen der Wahr-' Hastigkeit, deren Diktate doch wohl für die in'die Unendlichkeit reichende Feder nicht minder werden heilig sein sollen, als für das in begränzte Kreise und flüchtig den Gedanken tragende Wort der Lippe — im Namen der Wissenschaft, im Namen der Wahrhaft tigkeit, welche Beweise, welche Begründung hat der Verf. für die Jugend, für den hillelischen Ursprung der Deutungsregeln, insbe-, sondere für den schamaitischen Widerspruch gegen dieselben, der die Schule Schamai's charakterisirte? Was sagt ein Blick, ein gründlich prüfender Blick in die Quellen zu dieser mit der kühlen Ruhe vollendeter Wahrheit hinausgesendeten Behauptung? In der ״Geschichte der Juden" werden uns diese Sätze als Axiomata, als unbestrittene, sich von selbst verstehende historische Wahrheiten gegeben. Seite 31 jedoch werden wir einfach auf: Frankels Monatsschrift, Jahrgang 1852, S. 159 ff. verwiesen, und haben wir uns dort nach der Begründung dieser Schätze um- Zusehen. Dort S. 156 erzählt der Verf. auf Grund Jerusch. Pes. VI, Tosifta P. IV.: ״Bei der ArntSentsetzung des bethyrentschen SyrihedriumS —" Man verzeihe uns die Unterbrechungen Paranthesi. Es ist zu empörend, mit welcher, das Reinste und Edelste in Schmutz verkeh- 11