Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 2 (1855-1856)
- Issue
- Heft 3 (Dezember 1855)
- Article
- Kislew
- Date
- 1855-12-01
- Page
- 154 (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
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154 KiSlew, Die 4 Chanuüah. Tempel da stand: so scheint auch sein« Bestimmung gewesen zu sein, Israel in seiner politischen Abhängigkeit den heiligen und heiligenden Mittelpunkt des göttlichen Gesetzes zu gewähren, und somit den um so glänzender» Sieg dieses Gesetzes im Herzen des Volkes und — der Völker zu vermitteln. War ja der vielleicht größere und keineswegs der werthlösere Theil des Volkes nicht einmal um ihn auf heimischen Boden vereinigt! Als er daher dieser Bestimmung entfremdet werden sollte, als die Nachkommen eben dieser Hasmonäer-Familie das zur Rettung des Gesetzes und seines Heiligthums einmal gezogene Schwerdt nun zur Erstreitung einer politischen Größe und Unabhängigkeit, ja rein nur im selbstsüchtigen Interesse ihrer eigenen, königlich gewordenen Macht zu führen begannen, als dadurch das Heiligthum und sein göttliches Gesetz mit in den Strudel politischer Bestrebungen gerissen und dynastischen Interessen dienstbar gemacht werden sollte — da waren auch die Tage dieses Heiligthums gezählt. Aber nicht das reine Serubabel-Esra-Makkabäer-Hetligthum sollte in Feindes Hand fallen. Wie nicht die Mosis Hütte, sondern der prächtige Salomo's Bau dem babylonischen Eroberer erlag, also mußte der bescheidene Serubabel-Tempel erst einem prächtiger«, stolzem weichen, und der fiel durch der Römer Hand. Hemdes blutbefleckte Hände rissen das alte bescheidene Heiligthum nieder, nm durch einen stolzen, prächtigen Bau die Verbrechen seines Lebens zu sühnen. Der prachtstolze Herodestempel fiel den römischen Legionen zum Raube. Die Tempel sind gefallen, die Chauuckah ist geblieben. Der Makkabäer Reich ist geschwunden, das Makkabäer-Licht grüßt uns alljährlich noch, und mahnt uns: des Lichts des göttlichen Gesetzes treu zu warten, seiner zu warten in den Häusern, wenn man es auch in dem Tempel verlöscht, seiner in unserm Hause zu warten, wenn man ihm auch in allen Tempeln und allen Häusern die Stätte versagt. Haben ja die Stifter des Makkabäer-Festes von vornherein auf die Häuser und nicht auf die Tempel gerechnet. In dem Licht unserer Häuser vollzieht sich das ewige Wunder der Forterhaltung des göttlichen Gesetzes. Das Licht unserer Tempel ist nur פרסומי גיסא, verkündet nur nach Außen das Wunder, das sich in unsernHäusern vollbringt. Längst auch ehe der Tempel zusammenstürzte, war das