Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 2 (1855-1856)
- Issue
- Heft 3 (Dezember 1855)
- Article
- Kislew
- Date
- 1855-12-01
- Page
- 151 (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
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5. Die Chanückah der Makkabäer. 151 derselben an die hellenischen Götter bezeugten und die Stirn von Stieren und Lastthiereu das Bekenntniß trug, daß ihre Besitzer keinen Thcil mehr am Gotte Israels hätten — ist׳s ein Wunder, daß sich Schwache im Volke vorfanden, ein Wunder, daß nicht das ganze Volk die Treue bewährte? Und dennoch leuchtete hoch die Treue der Treuen hervor. Mit ihren Säuglingen am Halse von der Mauer herabgestürzte Mütter, die — ihre Säuglinge beschnitten hatten, in Höhlen verbrannte Sabbathfeieret, Männer, Frauen, Kinder, Greise, die den härtesten Martertod erlitten, um nur keine verbotene Speise zu genießen, nw nur ihr Knie nicht vor den Götteraltären zu beugen, um nur auch nicht einmal zum Scheine das Gesetz zu brechen—Eleasar der Greis — Hannah, die Mutter mit ihren sieben Söhnen, seht, sie haben alle schon den. Mattertod gelitten, der kleinste, der jüngste, der siebte ist übrig, — an das Muttergesühl appellirt der Tyrann, um das zarte Kind zu retten, sie verspricht ihm zuzureden, und nimmt ihn in Arm und drückt ihn au die Brust, und erinnert ihn an die Schmerzen, die sie \m ihn erduldet, an die Pflege, die sie ihm gezollt,- an die Liebe, die sie ihm gespendet, und mahnt ihn, und bittet ihn und beschwört ihn — nicht schlechter sein zu wollen als seine Brüder, sie ihn dort oben "einst nicht vermissen zu lassen, sie zur glücklichen Mutter zu machen, alle, alle ihre Söhne, auch den jüngsten, dort oben beim Vater im Himmel wieder zu finden, und zu sterben, und nicht mit sündhaftem Frevel sein Leben zu erkaufen — und er stirbt, heldenmüthig, der Jüngste, und mit ihm die Mutier, ״die glückliche Mutter der .Söhne!" Da zeichneten zuerst Märtyrer u1r?s göttliche Gesetz sich ein in das ewige Gedächtniß ihres Volkes und wurden die leuchtenden Sterne für alle die Treuen, die einst in den dunkeln Jahrhunderten der Verfolgung gleich ihnen den Weg zu Scheiterhaufen und Marter um ihrer Gesetzestreue willen finden sollten. Aber nicht im standhaften Martertod gipfelt die aus dem Gottesgesetze quillende göttliche Kraft. ' Höher noch als der Tod ist das thatenreiche Leben, ist der muthige Kampf, ist das gottvertrauende Ringen ums göttliche Gesetz, ist der starke Muth und der kühne Sinn und die gottinnige That, die die Zahl der Genossen nicht zahlt, die die Abgründe