Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 2 (1855-1856)
- Issue
- Heft 3 (Dezember 1855)
- Article
- Kislew
- Date
- 1855-12-01
- Page
- 142 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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142 Ktslew- Die 4 Chanuckah. Gleichwohl wurde der reine Kern von dem Leben der größeren Masse überwuchert, das nicht in dem Boden des im Tempel bewahrten göttlichen Gesetzes wurzelte und durch die ״Familien-Altäre", die Bamoth, die sich Jeder nach Gefallen errichtete, bis zur polytheistischcn Entfremdung gefährdet war. Selbst die Bessern unter den Fürsten bestanden die Probe nicht immer, mitten in dem damaligen Volker zerknickenden Sturm der Kriegereignisse ruhig und erhaben aus dem Gottesfels des Gesetzes auszuharren und sich nicht hinein reißen zu lassen in den Strudel der gottentfremdeten Politik. Aber vor allem untergrub das böse Beispiel der schlechten Fürsten und der ihre höhere Stellung nur im eigennützigsten Interesse ausheutenden höhcrn Stände dermaßen Alles, daß schon zur Zeit, als Salmanaffar das israelitische Reich zertrümmerte, Jcsaias gesendet war, den Wurmfraß auch an der Zukunft Juda's aufzudecken. Er sah schon die Gottesherrlichkeit aus dem Tempel weichen, weil — mau diese Gottesherrlichkeit in den Tempel bannen, auf den Tempel beschränken wollte, weil mau den Tempel Wohl besuchen, mit Opfer, mit Gebet, mit Sabbath- und Festtagfcicr wohl im Tempel vor Gott erscheinen, aber sein Gesetz nicht mit hinaus nehmen wollte, das Leben draußen, das ganze irdische Dasein und Streben zu einer Stätte der Gottesverherrlichung zu gestalten, — er sah den Gegensatz des Lebens zum Tempel, er klagte, daß das Gottesheiligthum, das כמלונה במקשה ,כסוכה בכרים, das als das ganze umgebende Leben schützend und wahrend wie eine Wächterhütte im Weinberg dastehen sollte, daß dieses Gottesheiligthum statt das Leben zu beherrschen, von diesem in feindseligstem Gegensatz bekämpft und כעיר נצורה, wie eine belagerte Stadt eifersüchtig bewacht und auf sich beschränkt werde, er sah, wie nur um des die bessere Zukunft in sich tragenden reinen Kerns willen der gänzliche Verfall noch aufgehalten werde, wie nur um des 3ישאר ישוב willen die Gotteshcrrlichkeit noch nicht ganz weichen und nochmals ihre wundervoll erhaltende Allmacht bekünden wolle, daß aber dann durch das hereinbrcchende Gottesgericht das Heiligthum des göttlichen Gesetzes — befreit und erlöst werden werde, ציון במשפט הכרה! Und es brach herein. Dieselbe babylonische Macht, an welcher die assyrische ihre vernichtende Strasruthe fand, machte auch dem jüdischen Staat ein Ende. Sie eroberte Judäa, sie bezwang Jeru-