Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 2 (1855-1856)
- Issue
- Heft 3 (Dezember 1855)
- Article
- Kislew
- Date
- 1855-12-01
- Page
- 138 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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138 Kislew. Die 4 Chanuckah. Schutt und Trümmern, zerisse» der Vorhang, und das Volk die Vundesladc seines Gottesgesetzes wieder ans die Schulter zu nehmen haben würde, sie zu tragen durch die Länder, durch die Zeiten, durch die Wüsten — —? - Die Herrlichkeit Gottes füllte das Haus und Schelomo begrüßte das Zeichen der niedersteigenden Herrlichkeit des Unsichtbaren Einen — und wendete sich zum Volke und verkündete die Geschichte dieses Bau's, und wendete sich zu Gott und betete um Erfüllung der Bedeutung dieses Bau's. Sei's ja nicht das Bedürfniß Gottes, sei es ja das Bedürfniß der Sterblichen, das de» Tempel gebaut, damit der Sterbliche eine Stätte habe, wo er Gott wie der finde, wenn er ihn im Leben — in Sünde und Leid — verloren. Betete darum, daß Gott nahe sein wolle Jedem, der ihn an dieser Stätte suchen werde, nahe seinem Volke, nahe jedem Einzelnen im Volke mit dem Privatschmerz und Kummer im Herzen, nahe jedem .Fremden der aus der Ferne käme um an dieser Stätte den einzig einigen Gott der Menschheit zu suchen, nah' auch seinem Volke in der Ferne, wenn sie aus der Verbannung betend ihren Blick zu dem Lande ihxer Väter, zu der Stadt und zu der Tempelstätte des Einzigen Gottes richten würden. — — Er stand aus dem Gipfel der Blüthe seines Volkes. War es das Gefühl, daß dieser Blüthen-Gipfel nur ein Punkt, ein schmaler vorübergehender Punkt in dem Geschicke seines Volkes sein werde, das Gefühl, daß diesseits und jenseits dieses Momentes doch der Schmerz und die Verirrung wohne, war es dieses Schmerzgefühl, das Schelomo in dem höchsten Moment seiner Blüthcnzeit ergriff und den Grundton seines ewig denkwürdigen Weihegebets zu einem so schmerzlichen stimmte? Wohl mochte es so sein. Schon als der prächtige Bau noch in der Ausführung begriffen war, war ihm das Gottcswort geworden: ״Dieses Haus, welches Du bauest — wenn du in meinen Gesetzen wandeln, meine Ordnungen ausführen und meine Gebote beachten wirst, darin zu wandeln, so werde ich Dir mein Wort, das ich deinem Vater David-ausgesprochen, prfüllcn, werde in Israels Mitte wohnen und werde mein Volk, werde Israel nicht verlassen"׳ Und als die Einweihung des Tempels vollendet — Israel heiter und froh über alles von Gott in so reicher Fülle verliehene Gute