Mannheim
Compact Memory

Jeschurun · 1855-11-01 · Heft 2 (November 1855) · p. 125

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
2 (1855-1856)
Issue
Heft 2 (November 1855)
Article
England : London [Nachricht]
Date
1855-11-01
Page
125 (sequence 3)
Language
German
Belongs to
correspondence
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2932754-2932821-2932824--01092-2939236
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

125!1 Wir beschränken uns darauf unfern Lesern einen darauf bezüglichen 1 Artikel der ״Daily News* im Auszuge mitzutheilen. ן Eine vorübergehende Frage wurde, gestern der Entscheidung des jfc Lord- Mayor -Gerichtshofs vorgelegt — die vergleichungsweise M Humanität der jüdischen und christlichen Schlächter. Die Gesellschaft zur M Verhütung der Grausamkeit gegen Thiere hatte, in der tiefen Ueber- M zeugung daß die Erstere eine unnöthige Grausamkeit gegen die von ihnen U ׳ zu schlachtenden Ochsen anwendeten, die prächrige Idee gefaßt sie^u dem U. milden Verfahren der Letztern durch Anwendung des vermittelst der i Parlamentsakte v. I. 1849 gegebenen Strafverfahrens zu bekehren. Da bekanntlich die Juden sich zu der Art ihres Thierschlachtens durch Diktate ihres göttlichen Gesetzgebers verpflichten halten, so muß;§ in der That die Sache der Gesellschaft sich einer ausgemachten Gewißi heit erfreuen um ein solches Einschreiten in deren Gewissensüberzeugungen zu rechtfertigen. | | Aus der Zeugenaussage ergab sich daß, wenigstens in den Londoner ß l Schlachthäusern, das jüdische und christliche Verfahren einen Ochsen zu J l tobten in Folgendem bestehe: Die Juden schneiden dem Thiere die Gur- | gel durch und lassen das Thier zu Tode bluten. Die Christen spalten fl den Schädel mit einem Beil und stecken sodann einen Stab durch die |. Oeffnung ״um in dem Gehirn herum zu wühlen." In Beurtheilung f aller derartigen Operationen muß man zwei Gesichtspunkte wohl unter- I scheiden, welche man gemeinhin leicht zu vermischen geneigt ist. Der eine f Gesichtspunkt betrifft den Eindruck, den das Verfahren auf die Nerven f der Zuschauer macht. Der andere hat die Summe des Schmerzes zu er- I‘ wägen, den man mit Grund beim Thiere voraussetzen zu können glauben \ darf. So weit wir aus der Beschreibung beurtheilen können, wären wir | geneigt, den durch das christliche Verfahren dargebotenen Anblick für den ־ | empörenderen und brutalisirenderen der beiden Verfahren zu halten. Es ist!; gleichwohl möglich, daß eS für das Thier das schmerzlosere sei. Aber I wie will man sich darüber Gewißheit verschaffen? Man sagt, bei dem jüdischen \ Verfahren liege das Thier länger im Sterben, als bei dem christlichen, j*. folgt daraus mit Nothwendigkeit, daß auch der Schmerz ein intensiv stärke- \ rer fei? Mit der classischen Literatur Vertraute -werden sich an die Gej schichte der alten Römer erinnern, die unter den kaiserlichen Tyrannen \. die Verhüllung als die schmerzloseste Todesart wählten. Der über diesen |: Punkt vor dem Gerichtshof geführte Beweis war in hohem Grade Hypoi thetisch. ן Dl׳. Parey, Lektor am Guy^s-Hospital, brachte vor, daß der j; Durchschnitt der Kehle beim Ochsen von sofortiger Besinnungslosigkeit i gefolgt werde, daß aber darauf ein anderer Sturz und heftige Convulsio-! neu kämen, während dessen das Thier zu streben sch eine, seine ן Besinnung wieder z u erlangen! Dr. Edward Lloyd, Oberß arzt am K. Dispensatorium, gab an, ״er glaube, daß der Tod unj: mittelbar erfolge, sobald der Stab das Rückenmark berühre; der Kör- \ 1 iki;

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.