Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 2 (1855-1856)
- Issue
- Heft 2 (November 1855)
- Article
- Geschichte der Juden [Rezension]
- Date
- 1855-11-01
- Page
- 101 (sequence 13)
- Language
- German
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Die Lehre zur Zeit R. Zochanan SaKat's. 101 mrt die dürren Worte dieser Gesetzeslehrer selbst die ihnen vom Vers, supponirte Ansicht verneinen!!! So erweisen sich, wie wir noch öfter zu sehen Gelegenheit haben werden, die historisch-kritischen Insinuationen des Vers, nicht nur als unbewiesene hohle Hypothesen, sondern als reine Seifenblasen, die der einfache Stab der vorliegenden Thatsächlichkeit zerschlägt. Und nicht einmal das ist wahr, daß, wie der Vers, sich ausdrückt, ״erst Raba, das non xlns ultra der talmudischen Dialektik, dem Talmud die Gleichberechtigung vindizire". Nicht nur daß die Lesart des R. Alfasi und der Halachoth Gedoloth geradezu Rab und nicht Raba liest, sondern selbst nach unserer Lesart hat ja hier Raba nicht seine Ansicht, sondern ausdrücklich nur eine durch Rab's Praxis sanktionirte Norm vorgetragen: ורבא אמר אף לתלמוד צריך לברך ראמר ר׳חיי' בר אשי זימנין סגיאין הוה קאימנא קמיה דרב לחנויי פרקין בספרא דבי רב הוה מקדים וקא משי ירי׳ ובריך ומשני לן פרקין; und zwischen Rab, diesem ausgezeichneten, noch in den Kreis der Thanaim hineinragenden, unmittelbaren Schüler R'Jehuda's Hauaßi und Judäa wird doch wohl der Vers, nicht eine so vornehm gähnende Kluft statuiren! Endlich bleibt nicht einmal die Note zur Nota übrig. Gerade die Lesart des R. Alfaß: אמר רב הונא למקרא צריך לברך למשנה ולתלמוד אינו צריך ור' יוחנן אמר למשנה צריך לברך לתלמוד א׳צ לברך ור׳ אלעזר אמר אפי׳ לתלמוד צריך ■לברך למדרש א" צ לברך ורב אמר אפי׳ למדרש נמי צריך לברך דאמר ר' חייא בר אשי ובו,, die der Verfasser so ohne weiters als corrupt verwirft, dürfte sich als die einzig richtige bewähren. Denn nur so, wenn Midrasch der letzte in den Kreis der B'rachapsticht aufgenommene Lehrzweig ist, paßt der dafür aus der von Rab beobachteten Praxis geführte Beweis. Denn Sifra de be Rab תורת כהניבם , vor dessen Vortrag Rab B'rachah gesprochen, ist ja nicht Talmud, sondern specifisch Midrasch. So wenig ist aber dadurch eine corrupte Verschiebung dieser Disciplinen gegeben, daß wir uns nur den von jeher klar erkannten Begriff dieser verschiedenen Disciplinen zu vergegenwärtigen haben, um das Natürliche der hier gegebenen Reihenfolge einzusehen. Mikra ist das schriftliche Gesetz, sowohl nach Inhalt, als Ausdruck göttlichen Ursprungs, in beiden Beziehungen ׳Gottes-Wort: דברי תורה, welches die in Frage stehende B'rachah als ihr Objekt bezeichnet, weshalb