Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 2 (1855-1856)
- Issue
- Heft 2 (November 1855)
- Article
- Geschichte der Juden [Rezension]
- Date
- 1855-11-01
- Page
- 99 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Die Lehre zur Zeit R. Joihanan b. Sakkai's. 99 war, dieser Gefahr entgegentrat, und durch den zweiten Spruch למשנה יותר מן הגמרא p ולעולם הוי, das richtige Ebenmaaß wieder herzustellen suchte, das ist etwas so Natürliches, daß es nicht eben von sonderlichem Interesse wäre. Es ist ebenso der palästinensische Amora R. Jochanan, der Ordner des palästinensischen Talmuds, der Jerusch. Ende Horioth die Mischnah dem Talmud unterordnet ר' יוחנן אמר תלמוד קורם למשנה, und es ist überhaupt der palästinensische Talmud, der dort das ganze Verhältniß des Talmuds zur Mischnah in das rechte Licht setzt: אחר משנה יותר מן התלמוד הדא רתימר ער שלא p לעולם הוי אחר התלמיד p שיקע בו רבי רוב משניות אבל טששיקע רבי רוב משניות הוי ״ .יותר מן המשנהWenn es heißt, daß man nach der Mischnah mehr als nach dem Talmud zu streben habe, so sei das nur gemeint, so lange Rabbi noch nicht den bedeutendsten Theil der Mischnijoth in seiner Sammlung vereinigt hatte, (so lange war nämlich die Er- Haltung einer jeden vereinzelten Mischnah von höchster Bedeutung), seitdem aber Rabbi den bedeutendsten Theil der Mischnijoth in seiner Sammlung vereinigt, habe man viel mehr nach dem Talmud, als nach der Mischnah zu streben;" Die Commentare lesen aber רבו für רבי, und dann hätte es den noch einfacher« Sinn: So lange habe man mehr nach Mischnah als nach Talmud zu streben, so lange man noch nicht vom Lehrer den größten Theil der Mischnijoth eingeprägt erhalten habe, dann aber habe man sich mehr um den Talmud, als um die Mischnah zu bemühen. Wenn aber somit schon alles Bisherige die traurigste Ungründlichkeit verräth, so sinkt in dem Schlüsse der oben ausgezogenen Abhandlung über den Talmud: Interessant ist es, wie sich diese Höherschätzung u. s. w. diese pragmatische kritische literarhistorische Geschichtschreibung zur wahren Karrikatur herab. Zuerst tritt hier wieder die bereits in dem vorigen Artikel gerügte Manier des Vers, hervor, die Thaten und Worte der großen Meister unserer Lehre nicht aus einer objektiven Würdigung der Sachen und Verhältnisse abzuleiten, sondern überall versteckte Sympathien und Antipathien zu wittern und Alles auf einen kränkelnden und in diesem Gebiete höchst verwerflichen Subjektivismus zurückzuführen. Interessant sei es, meint der Verf., zu bemerken, wie