Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 2 (1855-1856)
- Issue
- Heft 2 (November 1855)
- Article
- Geschichte der Juden [Rezension]
- Date
- 1855-11-01
- Page
- 98 (sequence 10)
- Language
- German
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98 Geschichte der Juden von D1°. H. Grätz Dritter Artikel. oder den andern Zweig der Lehre, Halachvth, Midrasch, Talmud, gehegt und von dem durchgehenden Unterschied, der insbesondere hinsichtlich der Werthschätzung des Talmuds zwischen Judäa und Babylonien bestanden. Es sind gerade vorzugsweise palästinensisch e Autoritäten: U la, ״der aus Palästina gekommene Genosse", (Berachoth 38 b,) R. Elasar, ״die höchste palästinensische Autorität" (Nidah 20 b, Sanhedrtn 17, b.) (obgleich beide aus Babylon gebürtig), ferner R. Samuel b. Nachment, R. Janat, R. Jizchak, alle drei, wenn wir nicht irren, ebenfalls palästinensische Amoraim, endlich ja ״Acherim" und R. Jeho sch na, von denen wir in Sotah, (siehe oben) den btttern Tadel über die Vernachlässigung des Talmuds vernommen, und ebenso ist's ja R. Me'ir, der Baba Meziah 1. o. unter הכמה nur Talmud im Gegensatz zu Mischnah und Mtkra verstehet, es ist R. Jehuda b. Jla't, der auf die Wichtigkeit des Talmuds mit dem ernsten Spruch htnweist: הוי זהיר בתלמוד ששגגת תלמוד עולה זדון und daher unter תלמידי הכמים nur בעלי תלמוד versteht, — ja, es ist ja Rabbi Jehuda Hannaßi, der Ordner der Mischnah selbst, auf dessen Zeit, ja wie es scheint, auf den selbst des palästinensische Amora R. Jochan an die Baraitha zurückführt: ת״ד העוסקין במקרא מידה ואינה מידה במשגה מידה וגומלין עליה שכר, גמרא ״ .אין לך מידה גדולה מווDie Beschäftigung mit der Schrift ist ein Verdienst von zweifelhaftem Werth, mit der Mischna ist ein belohnungswürdtges Verdienst, mit dem Talmud ist ein Verdienst, das von Nichts übertroffen wird." Denn wenn uns der Verf. einlud, diese interessante Nachricht zu vergleichen, so war sie uns zunächst dadurch interessant, daß er die eigentlich interessante Hälfte dieser Stelle, die wir soeben gegeben, wohlweislich verschwieg. Denn das ist in der That von höchstem Interesse und beweist die völlige Nichtigkeit der vom Verf. gegebenen Aufstellungen, daß der Ordner der Mischnah selbst der Beschäftigung mit der Mischnah nur untergeordneten Werth beimißt, und die höchste Palme nur der Beschäftigung mit der Gemara, was ja mit Talmud identisch ist, reicht. Daß er hingegen, als man darauf ansing, die Mischnah über die Gebühr zu vernachlässigen, שבקו כולי עלמא מתגיתין, und eben durch diese Vernachlässigung der Gemara selbst den propädeutischen Boden, ja den gründlich gesicherten Stoff zu entziehen in Gefahr