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Jeschurun · 1855-11-01 · Heft 2 (November 1855) · p. 91

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
2 (1855-1856)
Issue
Heft 2 (November 1855)
Article
Geschichte der Juden [Rezension]
Date
1855-11-01
Page
91 (sequence 3)
Language
German
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Die Lehre zur Zeit R. Iochanan b. Sakkai's. 91 Grund angegeben: משום כבור הצמר oder שמא נפסקה לו רצועה; dem Verf. ist es ״znm Andenken an das Tempelleben"; eine Erdichtung, die wenn sie wahr wäre, unsere Kohanim verpflichten würde, den Priestersegen barfuß zu sprechen. Denn עבורה, Opferdienst im Tempel durften die Priester nur barfuß verrichten. ברבר! כהנים gehörte aber ohnedies nicht zur עבורה, durfte daher, so weit uns bekannt, selbst im Tempel gesetzlich mit bekleidetem Fuße vorgenommen werden, und fehlt daher der Dichtung des Verf. die allererste Prämisse. Jedoch nicht um diese, wenn man will untergeordneten Ausstellungen zu machen, haben wir jene neun Einrichtungen irr extenso unfern Lesern vorgesührt, sondern um daran eine sehr ernste und für unsere Anschauung ungemein erhebende Bemerkung zu knüpfen. Jerusalem fällt. Ein Fall, dessen tragische Größe vergebens ihres Gleichen in der Weltgeschichte sucht. Die Stadt ist zerstört, der Tempel eingeäschert, Judäa als Staat ist vernichtet, seine Söhne und Töchter auf Sklavenmärkten verkauft, in Schandhöhlen prostituirt, zur Augenlust der Sieger.den wilden Thieren vorgeworfen, zur fürstlichen Geburtsfeier'zu Tausenden geschlachtet, Judäa captiva ist als letztes Blatt in den Siegeskranz der schwertgegürteten Roma gefügt — wie muß da bis tief in seinen innersten Lebensnerv das jüdische Volk erschüttert, wie müssen durch eine solche Katastrophe alle die frühem LeLensbedingungen vernichtet gewesen sein, wie muß es da gegolten haben, einen ganz neuen Boden für die fernere Fortentwickelung des Judenthums zu schaffen, von welcher reformatorischen Bedeutung und umfassenden Größe muß die Aufgabe des Mannes gewesen sein, der berufen war, das Volk aus diesem Schutt und Moder in die neue Zukunft hinüberzuleiten, und wie bedeutungsvoll und tief einschneidend müssen die Schöpfungen und Anordnungen gewesen sein, durch welche dieser Mann versucht, seiner großen Aufgabe zu genügen, den durch eine solche Katastrophe veränderten Umständen gegenüber das Judenthum ״zeitgemäß" zu reformiren — so würden wir präsumiren, wenn wir wie der Verf. uns a priori ein Bild unserer religiösen Vergangenheit nach subjectiven Phantasien construirten. Siehe da, da treten uns die neun Einrichtungen dieses Mannes, die הקנוה רבי יוחנן ב; ובאי, vor die Augen und wir staunen über — die Bedeutungslosigkeit dieser Einrichtungen! Berühren sie doch Alle nur sekundäre Setten einzelner

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