Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 2 (1855-1856)
- Issue
- Heft 1 (Oktober 1855)
- Article
- Geschichte der Juden [Rezension]
- Date
- 1855-10-01
- Page
- 58 (sequence 12)
- Language
- German
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58 Geschichte der Juden von vr. H. GräHdes Tempels hervorgerufenen Thekanoth des R. I. b. S., die wir wohl bald näher zu betrachten Gelegenheit bekommen, ist keine einzige die'der ״Mildthätigkeit" auch nur irgend wie zur Stutze diente. Endlich aber, wie lange soll noch die ganze Luge von einer einer späteren Zeit Vorbehalten gebliebenen sogenannten ״freien Ansicht von dem Werthe der Opfer", von Mund zu Mund, nein von Feder zu Feder, getragen werden, und die Ansichten unkundiger Zeitgenossen bethören? Man zeige uns doch, ja, man zeige uns doch auch nur einen Einzigen, ja auch nur einen einzigen Satz, ein einziges Wort aus dem ganzen Gebiete des Schrtstthums während des ersten und zweiten Tempels, wo dem Opfer ein mehr als gebührender Werth beigelegt wird, wo etwa reichliche freiwillige Opferspenden, als besonders verdienstliche Werken gepriesen werden! Weder in den 24 Büchern der Bibel noch in den zur Hälfte der Tempelszeit angehörenden Pirke Aboth, oder in den gleichzeitigen Midraschim davon eine Spur! Irren wir nicht, so wird in den ganzen Pirke Aboth — außer wo von den eigenthümlichen Wundern des Tempels (V, 5) gesprochen wird — das Opfer kaum mit einer Sylbe erwähnt. Darüber ist das jüdische Schriftthum von Anfang bis zu Ende einig. Es ist keinem Lehrer oder Lehrjünger in Israel je eingefallen, den Opferdienst als das Wesen des Judenthums zu betrachten, und mit seinem Untergang den Untergang des JudenthumS zu befürchten. Das ist patrtstische Phantasie um die Nothwendigkeit des christlichen, angeblichen, stellvertretenden Sühnentodes zu motiviren. Aber in jüdischer Brust hat der Gedanke nie gewohnt. Ebensowenig aber auch der entgegengesetzte, der in dem Untergange des Tempels und dem Aufhoren der Opfer eineu Fortschritt erblickt. Am allerentferntesten von einem solchen Gedanken, aber war vielleicht eben R. I. b. S-, der nur מפני התקלה, wegen zu befürchtender mißbräuchlichen Prosanbenutznng, selbst noch heutigen Tages einen Proselyten nicht das Geld zum Opfer seiner Bunbesweihe zurücklegeu läßt, das er jedoch ohne diese. Befürchtung auch heute noch weihen lassen würde, שמא יבנה. ביר,מ בימיו ויקריבנו, um sein Weihopfer zu bringen, wenn er etwa den Wiederaufbau des Tempels erlebte. (Rosch. Hasch. 31, 2), und der — nach Auffassung der סחם נמרא wenigstens - die Bestimmung יום הנף כולו אסור aus ähnlicher Rücksicht aus den jeden Tag zu erwartenden Wiederaufbau des Tempels