Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 2 (1855-1856)
- Issue
- Heft 1 (Oktober 1855)
- Article
- Geschichte der Juden [Rezension]
- Date
- 1855-10-01
- Page
- 53 (sequence 7)
- Language
- German
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, Erster Artikel. 53 ganze Manier dieses Historikers, als daß wir nicht dabei verweilen dürften. Was weiß der Verfasser über den ״Charakter" des R. I. b. S.? Was kann er darüber wissen? Wo geben die Quellen unseres Schriftthums auch nur eine einzige Thatsache an, aus welcher sich ein Urtheil, oder auch nur eine Vorstellung über die Friedfertigkeit oder die Streitsüchtigkeit des R. I. b. S. bilden ließe, es sei denn — was aber der Verfasser nicht erwähnt — daß Berachoth 17,1 erzählt wird, er habe sich ans der Straße von Niemandem, auch nicht einmal von einem Heiden, mit dem Gruße zuvorkommen lassen? Doch halt! Der Vers, gibt uns selbst die Quelle seiner Schilderung, er erzählt S. 19 zur Charakteristik seiner Behandlung der Agada, er habe unter Anderm das Verbot beim Bau des Altars eiserne Werkzeuge zu gebrauchen, sehr sinnig gedeutet, das Eisen sei Symbol des Krieges und der Zwietracht, der Altar hingegen das Symbol des Friedens und der Sühne, darum soll das Eisen vom Altar fern bleiben, daraus habe er den hohen Werth des Friedens und der Friedensstiftung gefolgert und dies seien dieselben Grundsätze, die ihn bewogen haben, mit den Römern gegen die Revolution zu halten. Also es genügt, aus dem vierzigjährigen, vielleicht sogar mehr als vierzigjährigen Lehramte eines Mannes Eine einzelne, in Erläuterung einer Schriftstelle gewonnene Sentenz zu wissen — um daraus seinen Charakter historisch festzustellen! Und nun noch gar eine Sentenz über den Werth des Friedens! Gab es und gibt es einen Lehrer und Weisen in Israel, der nicht den hohen Werth des Friedens gelehrt! ״Haben doch," nach dein Ausdruck eines andern Weisen, ״alle Propheten uns kaum ein anderes Wort in den Mund' gelegt, als Schalem I Frieden!" So waren demnach alle unsere Lehrer friedfertigen Charakters und diese Friedfertigkeit wäre nichts Charakteristisches R. I. b. Sakkais! Wollten wir in die Manier des Verf. verfallen , der ex "unguelleonem, d. h. aus einem ausgefallenen Barthaar den ganzen Menschen construirt, wir würdein ihm entgegenhalten, wie, wenigstens nach der Lesart im Jalkut, Ps. 29, die eben von uns citirten Worte über den hohen Werth des Friedens aus dem Munde des R. Elieser Haggadol stannne», von dessen starrer, ungefügiger Gemüthsart der Verfasser S. 52 uns erzählt, und wie dort die herrlichsten Worte des R. Meier über den Frieden überliefert sind, der doch, nach der