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Jeschurun · 1855-10-01 · Heft 1 (Oktober 1855) · p. 52

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
2 (1855-1856)
Issue
Heft 1 (Oktober 1855)
Article
Geschichte der Juden [Rezension]
Date
1855-10-01
Page
52 (sequence 6)
Language
German
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52 Geschichte der Juden von Dr. H. GräH, hier um so mehr dem dogmatischen Gewissen des Vers., als derselbe den eigentlichen Raum zu deren Darlegung und Begründung in den noch nicht erschienenen vorangehenden Bänden dieses Geschichtswerkes finden wird und diese Ansicht in dem vorliegenden Bande als bereits begründete Voraussetzung erscheint. Aber vor dem kritischen Forum der Wissenschaft hat dieses Geschichtswerk wie jedes andere Rechenschaft abzulegen und insbesondere die Richtigkeit und Zulänglichkeit der Thatsachen darzulegen, auf welchen es die Charakteristik der Personen und Sachen, hier der Lehrer und der Lehren, basirt. Versuchen wir daher einen Gang durch die historische Bildergallerie talmudischer Größen, die uns der Verfasser aufgestellt, und fragen wir nach der historischen Treue der uns gegebenen Schilderungen. ׳ Mit dem zweiten Untergang des jüdischen Staatenlebens beginnt die vorliegende Periode und begegnen wir da zuerst R. Jochanan b. Sakkai, von dem uns S. 11 der Verf. erzählt, daß er es unternoninien, dem durch die Katastrophe ״tieferschütterten Volke eine neue Richtung vorzuzeichnen und die erstarrten Volksglieder wieder zu beleben." ״In den Revolutionsstürmen gehörte er, ״in Folge seines friedlichen Charakters", zu der Friedenspartei; mehrere Mal hatte er Volk und Zeloten zur Uebergabe der Stadt Jerusalem und zur Unterwürfigkeit unter die Römer nachdrücklich ermahnt. ״Warum wollt ihr die Stadt zerstören und den Tempel dem Feuer preisgeben?" sprach er zu den Führern der Revolution" — halten wir einen Augenblick inne. Ueber das angebliche Unternehmen R. Jochanan b. Sakkai's, dem Volke eine neue Richtung vorzuzeichnen, werden wir sogleich noch das Ausführliche hören Lind prüfen. Prüfen wir nur einmal vorgängig gleich diesen ersten, charakterisirenden Pinselstrich von der ״Friedfertigkeit des Charakters" dieses talmudischen Heroen, und feinem daraus uwtivirten politischen Verhalten während der großen welthistorischen Katastrophe seiner Nation. So unerheblich dieser Zug an sich Manchem erscheinen möge, so kennzeichnet er doch zu sehr schon von vornherein die

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