Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 2 (1855-1856)
- Issue
- Heft 1 (Oktober 1855)
- Article
- Thischri
- Date
- 1855-10-01
- Page
- 30 (sequence 30)
- Language
- German
- Belongs to
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30 Thischri. eures Herzens und jede Gott höhnende Arbeit euch den Reichthum eures Hauses untergraben, fühlet Ihr, daß all' euer Strebe» euch nur ärmer gemacht, und Ihr arm dastehet, ärmer als die kleinste Mücke, die ihr von Gott berechtigtes Eintagsdasein im Dienste ihres Schöpfers treu verschwirrt — Ihr aber selbst das Anrecht auf ferneres weltgenießendes Dasein und auf fernere weltbeherrschende Lebensthätigkeit durch die Huldigung des אל זר und durch den Dienst des אל נכר־ eingebüßt, o, so zeiget's, daß ihr arm seid, legt das Bekenntniß dieser eurer ״Armuth" vor Gott ab, maßt euch nicht das Recht an, euer verlornes Dasein fortzunähren, maßt euch nicht das Recht an, eure verlorene Herrschaft fortzuführen, fastet und feiert — bis Gott sein: 1 ותטהרו״" spricht, und euch wieder einsetzt in's Dasein, und euch wieder neu ausstellt den Brief eures weltbeherrschenden Lebens. וכל הנפש denn jede Seele, אשר לא תענה בעצם היום ה!ה, der ihre Armut!) an diesem Tage nicht durch Fasten zum Bewußtsein wird geführt, die wird losgelöst aus dem Bande, das die jüdischen Seelen mit ihrem Gotte verknüpft, וכל הנפש und jede Seele אשר העשה כל מלאכה בעצם היום הזה, die durch irgend ein Werk an diesem Tage ihre Weltbeherrschung übt, die läßt Gott zu Grunde gehen in ihrem selbstgeschasfenen Elende und sie wird nicht mitgehoben auf den Rettungsfittig, der die Kreise ihres Volkes über die Abgründe der Vernichtung hebt. Wem aber die Binde der Täuschung von den Augen gefallen, wessen Inneres der Schofar am Rosch Haschanah gefaßt, wem es klar geworden, wie sehr er der Reinigung im Innern und der Erlösung in den Beziehungen des äußeren Lebens bedarf, wer es gefühlt, wie sehr ihm eine Rettung von der eigenen Vergangenheit Noth thue — und er hat die wenigen Tage der Theschuwah benutzt, hat mit Ernst jede Sekunde dieser kurzen Frist benutzt, sein inneres und äußeres Leben umzuwandeln, zu läutern sein inneres, zu bessern sein äußeres Leben, und stehet nun vor Gott, fastend und feiernd vor Gott, hoffend und harrend zu Gott, um aus seinen Händen als Gnadengeschenk seiner allmächtigen, allvermögenden Liebe für dies reinere, bessere Streben eine aus den Fesseln der Vergangenheit gelöste reine, freie Zukunft neu zu empfangen — 1אשריכם ישראל״ Heil Euch Israel!לפני מי אתם מיטהרין ומי מטהר אתכם,