Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 2 (1855-1856)
- Issue
- Heft 1 (Oktober 1855)
- Article
- Thischri
- Date
- 1855-10-01
- Page
- 27 (sequence 27)
- Language
- German
- Belongs to
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Jom Kippur, 27 die Angst, dann muß dich die Sorge erfassen: wird dir diese reinere, bessere Zukunft auch noch möglich sein? Hat nicht etwa bereits deine Vertrautheit mit dem Schlechten, dein Umgang mit der Sünde deine freie göttliche Kraft gebrochen, dein reines heiliges Wesen getrübt, deine Triebe hervorgestachelt, deine Leidenschaften entfesselt, deine Neigungen und Gewohnheiten verschlechtert, hast du nicht schon zu lange das Joch des אל זר in deinem Innern getragen, und war deiner sinnlichen Natur das Joch nicht zu süß, als daß du noch die Kraft behalten haben solltest, im ferneren Leben den Kampf mit diesem אל זר in deinem Innern zu bestehen, als daß nicht bei nächster Gelegenheit du wieder zurückfallen, deinen freien Nacken wieder in den Dienst des unheiligen Götzen der Sinnlichkeit fesseln, und unvermerkt wieder all die Altäre dieses dir fremb sein sollenden Gottes in deinem Innern erstehen lassen solltest? Du hast dem Unkraut die Köpfe abgeschnitten, wer reißt aber die Wurzel des Unkrauts aus deinem Herzen und tödtet die Saatkeime, die, dir vielleicht unsichtbar, bereits in den Acker deiner Herzenszukunft gestreut? Du hast dem אל גכר, dem Unjüdischen, dem Willen deines Gottes Widersprechenden in deinem Hause, in deinen Beziehungen zur Außenwelt gehuldigt, es stehen dir bereits diese Verhältnisse auf unjüdischem Grunde erbaut da, und mit tausend Banden der Gewohnheit, der Vertraulichkeit, der Freundschaft und der Lieb«, des Vortheils und der Annehmlichkeit bist Du in diesen Verhältnissen verstrickt — wirst du stark genug sein, diese Bande zu zerreiße», wirst du stark genug sein, steht es überhaupt in deiner Macht, den Consequenzen deiner Vergangenheit zu entstiehen? Wird auch der Gatte, wird auch die Gattin, die mit dir ungöttlich gelebt, deine Umwandlung theilen? Werden auch die Söhne und Töchter, die du bereits unjüdisch erzogen, deinen nunmehrigen Ernst nicht als altersschwache Kinderei belächeln? Werden nicht deine Freunde und Genossen, denen du Genosse, denen du vielleicht gar Anführer zum Unheiligen gewesen, auf dem Markte des Lebens dich höhnen und dir die Cvnsequenz deiner Vergangenheit als nnzerreißbare Fessel um den znrückstrebenden Fuß werfen? Wird nicht was du in Unwahrhaftigkeit, Unredlichkeit ttitb Weihelosigkeit erstrebt, was du in Unsittlichkeit und Unheiligkeit genossen, wird nicht