Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 2 (1855-1856)
- Issue
- Heft 1 (Oktober 1855)
- Article
- Thischri
- Date
- 1855-10-01
- Page
- 21 (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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Die Theschuwah-Woche. 21 vor Gott erzogen — oder ob das zarteste Band, das Gott zwischen Herzen gewoben, ob das Herzensband ihrer ׳Kinder von dem ihrigen gerissen und Mißstimmung und Gleichgiltigkeit wohnt zwischen Eltern und Kindern, und ihre Kinder zerfallen sind mit sich und mit Gott? — Es haben die Kinder in ihre Herzen geschaut und haben das heilige Bild der Eltern in ihrem Herzen gesucht und haben sich geprüft, ob sie's nicht fehlen lassen an der Liebe und Achtung, an der Folgsamkeit und Verehrung, die sie den Eltern schulden; ob sie auch nicht gleichgiltig geworden gegen den Seufzer und die Thräne und den stillen Kummer, den sie dem Herzen des Vaters und der Mutter zu bringen vermöchten? — Es hat sich der Bruder und die Schwester gefragt, ob sie brüderlich und schwesterlich gegen Schwester und Bruder gesinnt sind, ob ihre Herzen noch so zu einander schlagen, wie ja Ein Schooß sie getragen und Eine Liebe sie gepflegt? — Es haben sich die Freunde, die Genossen, es haben sich alle die Gemüther, die der Kreis eines Hauses umfängt/ geprüft und gefragt, ob die Eintracht und die Liebe und die achtungsvolle Rücksicht unter ihnen wohne, die den Menschen zum größten Schatz des Menschen macht und den Frieden und die Heiterkeit und den Frohsinn in den häuslichen Kreis zu laden und als selig beglückende Genien zu wahren verstehen? — So haben sich Alle gefragt, und wo in diesen zartesten, heiligsten Beziehungen eine Kälte, eine Gleichgiltigkeit, eine Mißstimmung, eine Pflicht- Vergessenheit gewesen, da hat die Liebe und der Ernst wieder Alles überwunden und hat den Gatten wieder zu dem Gatten geführt, und die Eltern zu den Kindern, und die Kinder zu den Eltern, und die Geschwister zu den Geschwistern, und die Genossen und Freunde zu den Freunden und Genossen — und wie sich die Menschen wieder zu den Menschen gefunden, so haben auch die Eltern ihre Kinder wieder zu Gott geführt und haben ihnen geöffnet die Quellen der Gotteserkenntniß und wollen sie nun fürder trinken lassen aus dem Born der Gottesweisheit, daß sie erstarken zu einem herrlichen jüdischen Leben, das Gott und Menschen erfreut — und sas Werk, das sie vollbracht, heißt — Theschuwah. Sie haben um sich und in sich geschaut, haben geprüft, vor Gott geprüft ihre Beziehungen zu dem weiten Kreis von Menscheubrüdern, mit denen ihr Gewerbe, ihr Beruf, ihr Verkehr,